Beitrag vom Dienstag, 20. Oktober 2026
Strom aus über 1.400 Modulen
Die Norderneyer Kläranlage macht mit 460.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr etwas mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs der Stadt Norderney aus. Seit Jahren plant die Stadt die Installation einer Photovoltaikanlage, um einen Teil des benötigten Stroms selbst auf der Anlage erzeugen zu können. Im kommenden Frühjahr sollen die ersten Module aufgestellt werden, der Bauantrag für das Vorhaben liegt derzeit beim Landkreis Aurich, informierte das städtische Bauamt im Rahmen einer kürzlichen Sitzung des Bauausschusses.
Geplant sind demnach zwei Modulfelder auf dem Gelände der Kläranlage mit insgesamt 1.424 Modulen und einer Gesamtmaximalleistung von 693 Kilowattpeak (kWp) sowie einem Speicher mit einer Kapazität von 553 kWh. Die Anlage soll in zwei Bauabschnitten umgesetzt werden: In einem ersten Schritt werden im kommenden Jahr der Speicher sowie Module für 460 kWp errichtet. Damit könnte die Kläranlage laut den im Ausschuss vorgestellten Berechnungen rund 63 Prozent ihres Jahresverbrauchs decken. In einem zweiten Bauabschnitt sollen die restlichen Module aufgestellt werden. Der erzeugte Strom soll dann nicht nur die Kläranlage mit 74 Prozent des Jahresverbrauchs umfassen, sondern auch die zahlreichen Regen- und Schmutzwasserpumpwerke im Stadtbereich, erläuterte Bauamtsleiterin Claudia Ziehm.
Für die Errichtung der Photovoltaikanlage rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Für den derzeitigen Stromverbrauch der Kläranlage ruft die Stadt derzeit Kosten in Höhe von jährlich rund 160.000 Euro auf. Diese sollen sich künftig durch die eigene Stromerzeugung deutlich reduzieren, was sich auch auf die Abwassergebühren der Verbraucher günstig auswirken würde, wie Ratsherr Jann Ennen im Rahmen der Sitzung anmerkte.
Erhebliche Beeinträchtigungen der PV-Anlage auf die anliegenden Schutzgebiete seien nicht zu erwarten, berichtete Ziehm weiter. Dies habe eine FFH-Verträglichkeits-Vorprüfung ergeben. „Wir warten jetzt also auf die Baugenehmigung“, so die Bauamtsleiterin.
Verfasst von Dorothee Linke
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