Teil des neu entdeckten Schiffswrack

Foto: Ostfriesische Landschaft

Beitrag vom Dienstag, 18. August 2026

Rund 300 Jahre altes Wrack entdeckt

Ein bisher unbekanntes Holzschiffswrack haben Arbeiter im Sand des Nordstrandes östlich der Oase entdeckt. Dort finden derzeit Arbeiten zur Verlegung von Seekabeln für das Offshore-Netzanbindungsprojekt DolWin4 statt. Beim Ausheben eines Grabens vom Austrittspunkt der landseitigen Rohre bis zur Brandungszone stieß der Bagger plötzlich auf das tief im Sand verborgene Schiff, berichtet Projektsprecher Stefan Sennekamp vom verantwortlichen Unternehmen Amprion.

Nach ersten Einschätzungen handelt es sich um ein niederländisches Schiff, das aus dem 17. bis 18. Jahrhundert stammen könnte. Die Fundstelle wird derzeit durch ein archäologisches Team der Ostfriesischen Landschaft (OL) untersucht. Auf Grundlage der sichtbaren Strukturen gehen die Fachleute von einer Länge des Schiffes von etwa 15 Metern und einer Breite von fünf Metern aus. Dass das bislang unbekannte Wrack nicht bereits bei den vorbereitenden Bodensondierungen im Vorfeld der Arbeiten aufgefallen war, liegt laut Sennekamp daran, dass es nahezu vollständig aus Holz gebaut wurde und daher durch die Metalldetektoren nicht aufgespürt werden konnte.

„Dieser Fund ist besonders spannend, weil an der Küste Niedersachsens bislang nur wenige Wracks aus dieser Zeit gefunden und dokumentiert wurden“, erklärt Dr. Sonja König, Leiterin des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft. So könnte dieser Fund neue Erkenntnisse über den Schiffbau der Zeit ermöglichen. Das archäologische Team habe bei seiner laufenden Begutachtung Proben entnommen, die nun untersucht werden, um das Alter des Schiffes präziser bestimmen zu können.

Um den Fund bestmöglich zu schützen und fachgerecht zu untersuchen, wurden die Bauarbeiten im unmittelbaren Bereich der Fundstelle durch Amprion nach eigenen Angaben direkt nach der Entdeckung eingestellt. In enger Abstimmung zwischen Amprion, den zuständigen Behörden und dem archäologischen Fachteam wird derzeit ein Bergungs- und Dokumentationskonzept umgesetzt.
Voraussichtlich im Laufe dieser Woche sollen die bereits geborgenen Wrackteile an einen Lagerort transportiert und umfassend archäologisch dokumentiert werden. Dies wird in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt. Der Rest des Wracks wird dem aktuellen Stand nach an Ort und Stelle im Boden verbleiben.

Der Baufortschritt der Seekabelverlegung wird durch den Fund nicht behindert, betont Sennekamp: „Der Schutz des kulturellen Erbes hat für uns höchste Priorität. Wir arbeiten eng mit den Archäologinnen und Archäologen zusammen, um eine fachgerechte Bergung zu ermöglichen und gleichzeitig den weiteren Verlauf des Projekts bestmöglich anzupassen.“

Nächster Artikel

18. August 2026

Vorheriger Artikel

Anzeigen

320x320px_freibanner
320x320px_freibanner
15 Jahre NOMO
Watt Welten Besucherzentrum