Beitrag vom Samstag, 10. Januar 2026
Jäger stellen Jagd ein und füttern zu
Der Winter setzt den Wildtieren derzeit stark zu. Der Kreisjägermeister des Landkreises Aurich hat deshalb mit sofortiger Wirkung die sogenannte Notzeit ausgerufen. Sie soll das Wild in einer Phase schützen, in der Schnee und Frost die Nahrungssuche erheblich erschweren. Während der Notzeit ruht auch die Jagd.
Auch auf der Insel ist die Lage für die Tiere angespannt. „Die Tiere leiden durch die starken Schneefälle und den gefrorenen Boden Hunger“, sagt Klaus Harms, stellvertretender Leiter des Norderneyer Hegerings, im Gespräch mit dem Norderneyer Morgen.
Der Zugang zu Trieben und Pflanzen ist witterungsbedingt drastisch eingeschränkt: „Das haben die Tiere so noch nicht erlebt – die sind ja nicht 30 Jahre alt“, sagt Harms.
Der Norderneyer Hegering hatte schon vor dem Ausruf der Notzeit alle Jagdtermine gestrichen. Stattdessen liegt der Schwerpunkt der Arbeit nun auf der Versorgung des Wildes. Mitglieder des Hegerings fahren seit Tagen Heu zu mehreren Fütterungsstellen. Allein am vergangenen Donnerstag brachten die Ehrenamtlichen in fünf verschiedenen Bereichen Heu-Silage aus. „Die Tiere wittern dann sehr schnell die Nahrung“, so Harms. Aber nicht nur das Damwild ist betroffen. Auch Kaninchen und Vögel leiden unter Schnee und Frost: „Sie haben diesen Bedingungen nichts entgegenzusetzen“, sagt Harms. Besonders schwierig ist die Situation für alle Tiere, die ihre Nahrung im Boden finden. „Alle Tiere, die mit dem Schnabel in die Erde müssen, haben aktuell massive Probleme“. so Harms.
Der Hegering richtet zugleich einen dringenden Appell an die Bevölkerung: Wildtiere nicht im Stadtgebiet füttern und dort kein Futter auslegen. „Wir Jäger kümmern uns darum und derzeit haben wir alles gut im Griff“, betont Harms. Bleibt Damwild im Stadtbereich, verursacht dies Probleme mit dem Autoverkehr, was die Gefahr für Tiere und Menschen zusätzlich erhöht.
Verfasst von Anja Pape
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