Beitrag vom Dienstag, 17. Februar 2026
Essen auf Rädern: Menüplan per Knopfdruck
Seit dem 5. Januar wird das „Essen auf Rädern“ auf Norderney unter dem Dach des Sozialdienstleisters Hol di toi ausgefahren. Seitdem teilen sich vier Einrichtungen und Gastronomiebetriebe die Zubereitung der Mahlzeiten: Bootshaus, Deckena, das Seniorenzentrum To Huus und das Inselkrankenhaus. Der Speiseplan wird mit sehr positiven Rückmeldungen angenommen, verrät Geschäftsführer Thomas Schreiber. Damit das Angebot langfristig aufrechterhalten werden kann, müssen jedoch noch zwei weitere Betriebe gefunden werden, die bereit sind, bis zu zweimal in der Woche maximal 30 Portionen zuzubereiten.
Die Übergabe an Hol di toi erfolgte bereits Anfang Januar, „mitten im Riesenschneechaos“, erinnert sich Schreiber: „Die ersten Tage haben unsere Fahrer noch das Auto vom To Huus genutzt, weil sie sich damit sicherer fühlten.“ Schon wenig später konnten sie aber auf ihr neues Fahrzeug umsteigen, das durch die Korus-Stiftung finanziert worden war.
Insgesamt sieht er den Start als gelungen. „Für die Kunden war es auch eine Umstellung, weil wir ein paar Dinge anders machen.“ Immer dienstags wird der Menüplan für die kommende Woche ausgeteilt, die Bestellungen können bis spätestens freitags abgegeben werden. Dann koordiniert Schreiber mit den Betrieben den Plan, wer wann wieviel produzieren muss.
Schreiber: „Wir haben versucht viel zu digitalisieren, um den Arbeitsaufwand gering zu halten.“ Konkret bedeutet das: Die Betriebe teilen sich einen Online-Kalender und tragen dort für die Tage, an denen sie an der Reihe sind, ihre Essenspläne ein: jeweils ein fleischhaltiges und ein vegetarisches Menü. So können sie einsehen, was an den anderen Tagen gekocht wird. „Per Knopfdruck“ entsteht daraus der Menüplan für die Kunden. Noch können die Essenspläne nur schriftlich oder per Whatsapp-Foto eingereicht werden, aber auch hier soll es künftig eine digitale Lösung geben. „Alles, was hier digital ankommt, ist leichter zu bearbeiten und auch wenn jetzt vielleicht manche sagen, ‚digital ist doof‘, führt das dazu, dass wir den Preis halten können“, betont Schreiber.
Pro Tag zahlen die Kunden 12 Euro. Davon behält Hol di toi 3,20 Euro, acht Euro entfallen auf das Essen und dann kommt noch die Mehrwertsteuer mit 19 Prozent obendrauf, rechnet er vor. „Die Kalkulation stimmt nicht ganz, denn sie ist auf das Maximum von 30 Essen ausgerichtet. Tatsächlich werden aber im Schnitt nur rund 23 Essen ausgeliefert, weil die Leute ja auch entscheiden können, nicht zu essen oder weil sie vielleicht im Krankenhaus sind. Da müssen wir Methoden finden damit umzugehen, etwa näher an diese 30 Essen heranzukommen.“
Für den Transport der Speisen stehen jedem Betrieb 35 Transportboxen zur Verfügung, denn die Boxen dürfen nicht beliebig untereinander getauscht werden – eine Hygienevorgabe des Veterinäramtes. Aktuell stehen genug Boxen zur Verfügung, auch dank privater Sponsoren. Nun geht es darum, auch hier die Abläufe effizienter zu gestalten, etwa bei der Temperaturmessung der Speisen vor der Auslieferung: „Wir sind bemüht, die Unternehmen so weit es geht zu entlasten.“
Interessierte Betriebe sowie jene, die sich gerne beteiligen möchten, aber dies zum Beispiel nur zeitweise leisten können, etwa in der Haupt- oder Nebensaison, lädt Schreiber zu einem unverbindlichen Beratungsgespräch ein. Vieles lasse sich im Gespräch gut klären, auch um eine Vorstellung zu bekommen, worum es geht – etwa die Portionsgröße: „Klar, für Betriebe, die sonst im Sommer ein Essen für 25 Euro verkaufen, klingt acht Euro erstmal sehr wenig. Es ist aber auch so, dass Senioren nicht mehr extrem viel essen. Letztendlich sind die Portionen etwa halb so groß wie Portionen eines mittelalten Menschen und trotzdem ist es so, dass die Senioren sagen, Mensch, das ist ausreichend viel.“
Verfasst von Dorothee Linke
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