Amprion untersucht Kabelschäden

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Beitrag vom Mittwoch, 21. Oktober 2026

Amprion untersucht Kabelschäden

Die Kabelverlegung für die Offshoretrassen beschäftigt den Übertragungsnetzbetreiber Amprion auch nach dem Ende der Sommersaison. Nördlich des Oase-Strandes liegt erneut seit Tagen die Arbeitsplattform „Barbarossa I“, während auf der Wattseite eine weitere Barge im Einsatz ist.

Vor dem Oase-Strand hatte Amprion im Sommer Seekabel für das Netzanbindungsprojekt Dol-Win-4 verlegt. Dabei kam es zu Schwierigkeiten mit dem Spezialschiff. Die Arbeitsplattform „Barbarossa I“ hatte sich mit ihren Ankerpfählen im Sand festgesetzt und konnte nur durch Taucher befreit werden, die einen der Pfähle mit Schweißgeräten durchtrennten. Um anschließend die Fahrt in die Werft antreten zu können, musste allerdings das in der Verlegung befindliche Kabel gekappt werden. Dieses nimmt Amprion nun wieder auf, um die Schäden zu lokalisieren, betroffene Abschnitte herauszuschneiden und die Kabelenden zu versiegeln. Bis Ende Oktober sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Ob das gelingt, hängt vom Wetter ab, denn auf See benötigt Amprion möglichst ruhige Bedingungen. Die Verbindung mit dem landseitigen Abschnitt, der vom Oase-Strand bis zum Leuchtturm führt, soll voraussichtlich im kommenden Jahr erfolgen.

Einen genauen Termin gibt es dafür noch nicht, erläuterte Amprion-Projektleiter Stefan Sennekamp auf Nachfrage des Norderneyer Morgen. Zunächst erstellt das Unternehmen anhand der Untersuchungsergebnisse einen Reparaturplan und legt diesen den zuständigen Behörden vor.

Auch auf der Wattseite ist derzeit Schadensbegrenzung erforderlich. Dort verläuft die Trasse des Netzanbindungsprojekts Bor-Win-4 von Hilgenriedersiel zur Insel. Die dafür benötigten Leerrohre hatte Amprion auf der Insel bereits 2023 verlegt. Beim Einziehen des Kabels kam es nun jedoch zu einer Beschädigung. Es muss nun durchtrennt und der betroffene Abschnitt von der Baustelle am Leuchtturm aus dem Leerrohr herausgezogen werden. Nach der Untersuchung werden die schadhaften Stellen entfernt. Die Verbindung der Kabelabschnitte ist auch hier für das kommende Jahr vorgesehen.

Auf der Aufgabenliste des Übertragungsnetzbetreibers steht zudem plangemäß das Einziehen des zweiten Kabelstrangs, das den zweiten Pol der Stromverbindung bildet. Die Arbeiten auf der Wattseite dauern nach Angaben Sennekamps voraussichtlich bis in den November. Wann die Barge ihren Standort verlassen kann, hängt zudem von den Gezeiten ab, denn das Spezialschiff benötigt dafür eine Springtide, die einen besonders hohen Wasserstand besitzt.