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Montag, 17.April 2017 - 12:00 Uhr | Kategorie Aktuelles, Politik, Regionales

SPD spricht mit Anliegern

(der) – Die Anlieger des Namuth-Geländes versammelten sich am Dienstagabend (4. April) vor Ort, um sich mit Ratsmitgliedern der SPD zu treffen. Die Anlieger hatten sich in einem Brief an alle Parteien im Norderneyer Stadtrat gewandt. Die Anlieger waren zahlreich erschienen, um ihre Sorgen deutlich zu machen. So wird befürchtet, dass sich bei dem hohen Grundwasserstand im Bereich des Grundstücks negative Folgen für die Anlieger ergeben. Die Anlieger zweifeln auch an der Aussage, dass die neuen Gebäude ausschließlich von Norderneyern genutzt werden können.

Ein weiteres Thema bei der Begehung war die Mauer, die an der nördlichen Grundstücksgrenze das Ende des Gartengeländes markiert. Diese Mauer wurde von einem Vorfahren der heutigen Familie Namuth errichtet. Die Anlieger an der Gartenstraße haben ihre Höfe und Grundstücke bis zur Mauer stets als ihr Eigen angesehen. Bei der Lasermessung des Katasteramtes sei nun herausgekommen, dass die Grundstücke der Anlieger teilweise 5 bis 30 Zentimeter die Grenze verletzten. Allerdings seien heute keine Grenzsteine mehr zu erkennen und die Mauer habe über Jahrzehnte die Grenze dargestellt. Die betroffenen Anlieger befürchten, dass die Mauer eingerissen wird.

Der wichtigste Kritikpunkt ist aber die Höhe der geplanten Bebauung. Man habe sich mit den ersten Planungen für die sogenannte Gartenstadt noch arrangieren können. Nun seien auf einmal neun Meter hohe Gebäude geplant. Der Investor habe gewusst, dass das Gelände kein Bauland sei. Jetzt werde häppchenweise versucht, das Projekt durchzudrücken. „Jetzt kommt einer mit dem großen Portemonnaie und alle müssen springen“, brachte einer der Nachbarn die Stimmung auf den Punkt. Erst werde eine kleine Variante gezeigt und dann die große Lösung gebaut.

SPD-Ratsmitglied Johannes Terfehr erklärte gestern auf Nachfrage, dass die SPD ihre Zustimmung zu einem von dem Investor Klaus Bergmeyer so bezeichneten Einheimischenmodell gegeben habe, als eine kleinere Planung zu sehen gewesen sei. Und auch in Zukunft werde die SPD nur unter bestimmten Bedingungen dem Bau zustimmen.

Der erste Anlauf von Bergmeyer sei bereits abgelehnt worden. Das ursprünglich so bezeichnete Altenwohnprojekt Bergmeyers, das an gleicher Stelle entstehen sollte, sei „mehr ein Alibi“ gewesen. Im zweiten Vorstoß, bei dem Wohnraum für Norderneyer entstehen soll, habe die SPD aber Entgegenkommen signalisiert. Voraussetzung sei, dass es keine Schlupflöcher für Spekulanten gebe. Auch die jetzt vorgesehene „massive Bebauung“ werde die SPD nicht mitgehen, so Terfehr. Zudem müsse im Grundbuch abgesichert sein, dass wirklich nur Menschen mit Lebensmittelpunkt auf Norderney dort erwerben oder mieten könnten, eine reine Anmeldung auf der Insel genüge nicht, so Terfehr. Er verlasse sich da auf die von Holger Reising, dem allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters erarbeiteten Grundlagen für die Vertragsgestaltung. Kritiker dieser Regelung befürchten, dass sie leicht auszuhebeln ist. Zumal sich die Formulierung „Lebensmittelpunkt“ von der Verwaltung kaum dauerhaft überprüfen lässt.

 

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