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Montag, 02.Januar 2017 - 17:30 Uhr | Kategorie Aktuelles, Allgemein, Politik, Regionales

„Der Schuh drückt“

(der) – Der Druck ist da, nur nach einer Lösung wird weiterhin gesucht. Gunnar Sander, seit dem 1. August neuer Betreiber des zuvor in die Insolvenz geführten Norderneyer Altenheimes will im Oktober 2017 mit dem Neubau des Altenheimes beginnen. Auf Dauer sei die alte Einrichtung „auf keinen Fall“ weiter zu betreiben.

Nach wie vor gibt es teilweise nur eine Toilette für jeweils acht Bewohner. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn das Noro-Virus, das unter anderem im Norderneyer Kindergarten auftrat, auch im Altenheim um sich gegriffen hätte. Auch die Unterbringung sei am Rande des Zumutbaren. Andererseits sei es bislang für das Haus gut gelaufen. Personell, im Bereich Ausstattung und am Gebäude sei vieles deutlich verbessert.

Mit Ulrich van Heugten gibt es eine neue Pflegedienstleitung, eine Vertretung beginnt am 1. Januar. Eine neue Hauswirtschaftsleitung und eine Fachkraft für die Pflege sind ebenfalls im Anmarsch. Es gebe, so Sander, bis auf eine Ausnahme nur noch eigenes Personal im Haus. Die Motivation der Mitarbeiter sei sehr hoch.

Dabei war die Lage vor der Übernahme dramatisch. Gunnar Sander: „Wir haben in kurzer Zeit viel geschafft.“ Jetzt müsse der nächste Schritt erfolgen, so Sander. Wenn im Oktober 2017 der Bau nicht beginne, dauere alles wegen der Bausperre im Sommer noch ein Jahr länger. Bauen will auch Norderney Bürgermeister Frank Ulrichs.

Gegenüber dem Norderneyer Morgen erklärte Frank Ulrichs, dass das Rathaus dabei sei, eine Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat zu erarbeiten. Für ihn, so Ulrichs, sei das Thema eine der Hauptaufgaben für das kommende Jahr.

Für die Stadt seien viele Fragen offen. Ulrichs: „Wir haben bislang kein Altenheim gebaut.“ So müsse geklärt werden, in welcher Rechtsform und mit welcher Beteiligung der Stadt und anderer Investoren das Haus gebaut werden kann. Die Stadt würde gerne eine „gewisse Majorität“ behalten, ist aber finanziell nicht in der Lage den Bau alleine zu stemmen.

Alternativen zum Neubau gibt es aber auch aus Sicht der Stadt nicht. Es gebe zwar wieder eine Betriebsgenehmigung für das Altenheim, das im Sommer wegen der schweren Missstände unter der vorherigen Betreiberin kurz vor der Schließung stand, diese Genehmigung sei aber nicht für die Ewigkeit. Ulrichs: „Das Problem ist da, der Schuh drückt.“

Die Kostenschätzungen für den Neubau gehen in die Millionen, wie Gunnar Sander von der Sander Pflege GmbH erklärte. Aus Sicht des Bürgermeisters sind bei den Baukosten auch die größten Fragezeichen versteckt. Bauen auf Norderney ist ohnehin schon bis zu 60 Prozent teurer als am Festland. Zurzeit wird geprüft, inwieweit eine Trägergesellschaft mit städtischer Beteiligung gegründet werden könne. Bei den Gesprächen sitze auch die Norderney-Genossenschaft nach wie vor mit im Boot. Geklärt werden muss, ob eine solche Gesellschaft dem Vergaberecht unterliegt. Dies würde, so die Erwartung, die Baukosten weiter in die Höhe treiben. Zurzeit werde diese Frage juristisch geprüft, so Ulrichs. Erste Pläne für den Neubau, der auf dem Gelände des heutigen Altenheims entstehen soll, gibt es schon. Dabei handele es sich jedoch nur um erste Überlegungen, so Ulrichs.

Am 29. Dezember besuchte das NDR-Fernsehen die Einrichtung. Voraussichtlich am 5. Januar (geändert) soll der Beitrag in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ (19.30) ausgestrahlt werden.

 

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