Beitrag vom Freitag, 09. Oktober 2026
Grohdedeich Norderney: Kleiboden soll Kaninchen stoppen
Um den Grohdedeich in Zukunft besser vor Schäden durch Kaninchenbauten zu schützen, testet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz eine neue Herangehensweise: Auf einer 100 Meter langen „Teststrecke“ beginnend am Osthellerparkplatz wird derzeit eine 50 Zentimeter starke Kleischicht auf die innere Böschung des Deiches aufgebracht und begrünt.
Diese soll verhindern, dass sich die Kaninchen in das Küstenschutzbauwerk hineingraben. „Aufgrund ihres hohen Tonanteils ist die Kleischicht sehr widerstandsfähig und für Kaninchen kaum zu durchdringen“, teilt der NLWKN auf Nachfrage mit. Die dafür benötigten rund 500 Kubikmeter Kleiboden seien aus der Leybucht nach Norderney transportiert worden.
Der vier Kilometer lange Grohdedeich schützt die Inselmitte einschließlich des Flugplatzes und reicht vom Golfplatz bis zum Ostheller. Seit vielen Jahren kommt es immer wieder zu Kaninchenschäden. Erleichtert wird ihnen, dass das Bauwerk aus einem Sandkern mit einer Grassodenabdeckung errichtet wurde. „Dieser geotechnische Aufbau führt dazu, dass Kaninchen ihre Bauten ohne großen Widerstand im Deichköper errichten können“, so ein Sprecher des Landesbetriebs.
Dies bedeute einen hohen Unterhaltungsaufwand bei der Schadensbehebung: „Auch wenn der auf dem Deich errichtete Kaninchenschutzzaun bereits die Situation verbessert hat, sollen langfristige Optionen für eine Verbesserung des Zustandes des Deiches untersucht werden. Der NLWKN erwartet durch die Teststrecke wertvolle Erkenntnisse zu einer zielgerichteten Verbesserung des Zustandes des Deiches. Weitere Planungen erfolgen auf Grundlage der Versuchsergebnisse.“
Verfasst von Dorothee Linke
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