Beitrag vom Montag, 02. November 2026
Endlagersuche: Norderney ist raus
Zur Bestimmung eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle hatte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) im September 2020 einen Katalog mit 90 Teilgebieten in Deutschland vorgelegt, die aufgrund ihrer geologischen Voraussetzungen grundsätzlich als Standort für geeignet bewertet wurden und weiter untersucht werden sollten. Seitdem prüfte die Gesellschaft, ob in den Gesteinsschichten in diesen Gebieten hochradioaktive Abfälle sicher eingeschlossen werden können, wie die betriebliche Sicherheit von der Errichtung bis zum Verschluss des Endlagers eingeschätzt wird und ob eine Langzeitsicherheit über bis zu einer Million Jahre nach dem Verschluss der Lagerstätte besteht
In der vergangenen Woche hat die BGE ihren aktuellen Arbeitsstand vorgestellt. Demnach haben nun alle Teilgebiete die ersten Prüfschritte durchlaufen. Das Ergebnis: Von den ursprünglich 90 Teilgebieten sollen noch 36 weiter untersucht werden, das entspricht einer Fläche von weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes. Für die Region Ostfriesland inklusive der Inseln und des Wattenmeers sieht die BGE überwiegend eine gute Eignung, aber nicht die beste Eignung, weshalb diese Gebiete künftig nicht weiter untersucht werden sollen. Ausgenommen ist das Teilgebiet „Westdorf“, ein sieben Quadratkilometer großes Areal zwischen Hage und Dornum: Dieses ist laut BGE weiter „im Rennen“. Ein Großteil der Gebiete, die weiter infrage kommen, befinden sich auf einem Ost-West-Band in den Regionen um Osnabrück, Hannover und Braunschweig bis nach Magdeburg und Halle an der Saale.
Wie geht es nun weiter?
Bis Ende 2027 wird die BGE einen Vorschlag an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) übermitteln, welche Standortregionen sie für besonders geeignet hält und daher übertägig erkundet werden sollen. Das BASE wird diesen Vorschlag prüfen. Hierbei ist auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. Anschließend entscheidet der Bundestag, welche Gebiete im nächsten Schritt übertägig erkundet werden sollen.
Umfassende Informationen zur Endlagersuche sowie eine interaktive Karte mit Übersicht aller Teilgebiete hält die BGE online unter http://www.bge.de bereit.
Verfasst von Dorothee Linke
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