Beitrag vom Donnerstag, 08. Oktober 2026
Falkner auf Norderney: Mit dem Habicht auf Kaninchenjagd
Seit über 50 Jahren bekommt die Norderneyer Jägerschaft jeweils im Herbst Besuch von Falknern aus ganz Deutschland. Im Oktober sind sie wieder auf der Insel, um sich mit ihren Greifvögeln der Kaninchenjagd zu widmen.
Anders als der Name vermuten lässt, haben die Falkner auf Norderney jedoch keine Falken dabei, sondern Habichte oder seltener auch den amerikanischen Wüstenbussard, im Englischen Harris´s Hawk genannt, verrät Klaus Harms vom Norderneyer Hegering. Gejagt wird vor allem in Bereichen, in denen die Inseljäger nicht schießen können und die Kaninchenbestände sehr hoch sind, etwa entlang der Deiche oder am Golfplatz. „Es ist eine sehr lautlose Jagd, denn es knallt nicht, und sie ist sehr effektiv“, erläutert Harms. Oft stöbere zunächst ein Jagdhund die Kaninchen auf, bevor der Greifvogel zum Einsatz kommt. Auf diese Weise treffe es vor allem schwächere und kranke Tiere, „genauso wie in der Wildnis.“
Die Falknerei ist seit rund 4.000 Jahren in zahlreichen Ländern der Welt nachgewiesen und seit zwölf Jahren von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Verfasst von Dorothee Linke
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