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Donnerstag, 19.Januar 2012 - 15:33 Uhr | Kategorie Politik

„Wir sind kompromissbereit“

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Titelbild: Zwei Häuser mit mehreren Wohnungen sollen nach dem Wunsch des Investors auf dem Kirchengrundstück in der Nordhelmsiedlung entstehen.

(der) –  Am 27. Januar endet die Auslagefrist für den neuen Bebauungsplan 25 B, Nordhelmsiedlung Mitte, und dann wird wohl auch Frank Ehrichs, der Investor, der auf dem Gelände des ehemaligen Pastorats an der Ecke Nordhelmstraße/Mainstraße auf Norderney bauen möchte, seine Baugenehmigung bekommen. Die Pläne wurde mehrfach überarbeitet.

Im Juni  2010 hatte Ehrichs, der als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Oyten arbeitet, das rund 2.100 Quadratmeter große Grundstück im Rahmen eines öffentlichen Bieterverfahrens von der evangelischen Kirchengemeinde gekauft. Ehrichs hatte mit 1.1 Millionen Euro das höchste Gebot abgegeben und zwar auf Basis des damals gültigen Bebauungsplans. Auf die Entwicklung angesprochen, bleibt Frank Ehrichs erstaunlich ruhig. Er wolle Emotionen außen vor lassen, obschon er sich gelegentlich ungerecht behandelt fühle.
Im September 2010 hatte der Investor bereits einen Bauantrag gestellt, der die Anforderungen des jetzt neu gefassten Bebauungsplanes erfüllte. Der alte Bebauungsplan sah damals dreistöckige Gebäude mit einer Höhe von 13,50 Metern vor. „Das wollten wir nicht“, betont Ehrichs. Dennoch sei er der Dumme, denn der Bauantrag sei der Auslöser für die Aufhebung des alten Bebauungsplanes gewesen, da erkannt wurde, was eigentlich möglich gewesen wäre.

Statt die Möglichkeiten auszureizen habe er den Kontakt zur Bauverwaltung und zur Politik gesucht und versucht, eine optimale Lösung zu präsentieren.
Im Laufe der Entwicklung wurde der Bauteppich weiter verkleinert. Auch der Remmer-Harms-Platz, der zur Hälfte mit zu dem Grundstück der Kirche gehört, soll als gewachsenes Element erhalten bleiben.
Nach dem neuen Bebauungsplan dürfte Ehrichs nun zwei Gebäude auf dem Grundstück errichten, die gut in die Siedlung passen und deren Firsthöhen mit 9,50 Metern (Nordhelmstraße) und 8,50 Metern (Mainstraße) nicht nur innerhalb der Vorgaben, sondern auch vier bis fünf Meter unter den anliegenden Gebäuden liegen.

Im Prinzip, so Ehrichs, sei Einvernehmen mit der Politik und der Bauverwaltung hergestellt. Auch die aktuellen Planungen würden dem zurzeit in der Auslegung befindlichen Bebauungsplan entsprechen, dennoch hat der Bauausschuss des Stadtrates in der vergangenen Woche beschlossen, noch keine vorgezogene Baugenehmigung zu erteilen, sondern, die Auslegungsfrist abzuwarten.
In persönlich wundere der hartnäckige Widerstand gegen das Projekt, so Ehrichs. Er sei kein Unbekannter auf der Insel und habe mit der Gebäudeanlage Nordhelmstraße 75 gezeigt, dass er den Charakter der Siedlung erhalten möchte. Zudem habe die Kirchengemeinde das Grundstück verkauft, um selbst wieder handlungsfähig zu werden und ihre verbliebene Gebäudestruktur in einen besseren Zustand zu versetzen. Dies käme allen zugute, so Ehrichs. Die Kirchengemeinde selbst beschäftige darüber hinaus hauptsächlich lokale Firmen, es gehe auch um lokale Arbeitsplätze.

Vorwürfe, es würden Ferienwohnungen und Spekulationsobjekte geschaffen, weist Ehrichs zurück. Es gebe einen städtebaulichen Vertrag, der regele, dass bevorzugt an Insulaner verkauft werden solle. Quadratmeterpreise von 8.500 Euro und mehr, wie von Norderneyer Unternehmen aufgerufen, würde er nicht verlangen. Zudem seien die geplanten Wohnungen mit einer Größe von bis zu 98 Quadratmetern und einem dazu gehörigen Kellerraum gut als Wohnraum zu nutzen. „Wir sind kompromissbereit und wollen Wünsche einarbeiten“, sagt Ehrichs.

Bei einem Grundstückspreis von 1,1 Millionen Euro und einer um 25 Prozent verkleinerten Baufläche ergebe sich aber zwangsläufig ein höherer Preis.

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