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Titelbild: Trotz mehrfacher Bemühungen wird Auktionator Bernd Krüger die Damenkorsage und die braunen Damen-Wildlederstiefel Größe 39 nicht los. Fotos: Rass

(war) – An einem Ereignis besonderer Art konnten am Mittwochnachmittag Inselbesucher und Inselbewohner teilnehmen: Die Versteigerung von Fundsachen mit Bernd Krüger als Auktionator hatte definitiv einen hohen Unterhaltungswert.Eine große Menschentraube machte schon von Weitem auf die Auktion vor dem Inselrathaus aufmerksam.

Nach dem Motto „Mein Hawaii ist Norderney“ hatte sich der Ausrufer in ein blau-buntes Hawaiihemd gewandet. Auf dem Kopf trug er einen Strohhut und mit einer Hand umklammerte er einen silberfarbenen Auktionshammer. Einige Fundsachen hatte Krüger wohl als „Running Gag“, als ständig wiederkehrenden Witz, extra mit eingebaut. Denn er kann nicht ernsthaft gedacht haben, dass sich eine Damenkorsage, Größe 85 B, in lilafarbenen Tönen mit Leopardenmuster oder ein schimmeliger blau-weißer Regenschirm an den Mann beziehungsweise die Frau bringen lassen.

„Richtig“ unter den Hammer kamen alte Fahrräder, neue Blusen, ein Ipod, ein Laufrad, jede Menge Fototaschen und Regenschirme sowie immer wieder Sportgeräte. So gingen Nordic-Walking-Stöcke für einen Spottpreis von drei bis sechs Euro über den Tisch. „In Norddeich gibt’s sowas nicht“ scherzte Bernd Krüger zwischendurch mehrmals.

„Das ist ein Sonnenschirm“ preist Bernd Krüger den Regenschirm zum Kauf an.

Der Wert teurer Fundsachen wie goldene Uhren oder Ringe waren zuvor von offizieller Seite eingeschätzt worden.“Wir machen hier keinen Schmuh“ machte Krüger gleich klar.Dennoch kamen grade Sammler und Jäger in Sachen Schmuck auf ihre Kosten: Eine goldene Damenuhr im Werte von 950 Euro ersteigerte eine Dame für schlappe 96 Euro.

Auktionator Bernd Krüger hält eine goldene Armbanduhr hoch.

Kinder bekamen Fundsachen wie Teddys oder Plüschtiere von dem kinderlieben Ausrufer kurzerhand geschenkt. Mit einem gezielten Wurf direkt in die Kinderarme wechselten sie den Besitzer. Mit einem Applaus des Publikums wurde ihm seine Großzügigkeit gedankt. Doch die strahlenden Kinderaugen waren Krüger offensichtlich schon Dank genug.

Ein Kinderfahrrad wird zur Auktion angeboten. „Das nächste Weihnachten kommt bestimmt“, versucht Bernd Krüger die zahlreichen Schaulustigen zum Kauf zu animieren.

Einige Marken-Fahrräder, die zwar teilweise verrostet oder platt waren oder eine abgerissene Kette hatten, gingen schon für ein bis fünf Euro weg. „Das nächste Weihnachten kommt bestimmt“, versuchte Krüger die Menschenmenge zum Kaufen zu überreden. Doch nichts half. So wollte ein Rennrad der Marke „Motobecane“ überhaupt niemand haben.

Eine Marken-Windjacke ersteigerte für nur fünf Euro die Familie Laile aus dem Schwarzwald. „Wir sind schon das dritte oder vierte Mal auf Norderney “. Wir wohnen in Norddeich und besuchen die Insel als Tagesgast“, erklärt der Vater dreier Töchter aus Schonau.Eigentlich wollten sie sich die Hundemeute der Jäger auf dem Kurplatz ansehen, als sie aus der Ferne die Menschenmenge entdeckten und das Klopfen gehört hätten. So wurden sie auf die Versteigerung aufmerksam. Bernd Krüger hatten sie zuvor als Ausrufer mit roter Mütze kennengelernt. „Den hätten wir bald nicht wiedererkannt“, bemerkte der Papa in Hinblick auf die neuerliche Verkleidung von Bernd Krüger anlässlich der Auktion. Damit hatte sich auch das Rätsel gelöst, warum sich Krüger während der Versteigerung immer wieder ausgerechnet auf Norddeich bezog.

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