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Montag, 08.Juni 2015 - 15:58 Uhr | Kategorie Kultur

Weltoffenheit und Toleranz

(syk) – „Eigentlich hätte den Preis nicht ich sondern die Person verdient, die in meinem Film beschrieben wird“, sagt Eric Friedler in seiner Dankesrede. Beim 1. Filmpreis für Integration im Rahmen der Filmfestspiele Emden-Norderney gewann der in Australien geborene Regisseur mit seinem Film „The Voice of Peace – Der Traum des Abie Nathan“. Sein Film,  der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, handelt vom Leben des außergewöhnlichen Friedensaktivisten Abie Nathan aus Tel Aviv, der spontan und unbürokratisch mit wenigen Freiwilligen in den Krisenregionen half. Nathan hatte jedoch immer mehr als nur Israel im Blick.
Ihm ging es um die ganze Welt und um jeden einzelnen Menschen darauf.
Berührt und Bescheiden
Bei der Übergabe des Preises im gut gefüllten Kurtheater war Friedler sichtlich berührt und zugleich bescheiden. Ein Regisseur, der sich selber nicht so wichtig nimmt. Dies zeigt auch, dass er den mit 5.000 Euro dotierten Preis nicht für sich selbst verwendet, sondern das Geld der Joseph-Carlebach-Schule in Hamburg spendet. Einem Haus, in dem Kindern aller Altersklassen den Raum geboten wird, zu wachsen, zu lernen und sich zu entwickeln. Von der Krippe bis zum Abitur, jüdische und nichtjüdische Kinder, Kinder mit Handicaps und Kinder mit besonderen Begabungen – sie alle kommen unter einem Dach zusammen. Hier erfahren schon die Kleinsten die wirklichen Werte des Lebens. „Egal welche Hautfarbe wir haben, welcher Religion wir angehören oder wenn wir lieben – die Menschen müssen zusammenhalten“, fordert Friedler auf.
„Mit ihrem Können und Wollen haben sie dem Film eine ganz bestimmte Durchschlagskraft verliehen“, so der ehemalige Bundespräsident und Mitglied der Jury Christian Wulff in seiner Laudatio. „Sie haben mit dem Film ein Denkmal gesetzt was uns sagt – Denk mal nach“, fasst Wulff zusammen.
Ungewöhnlicher Sonderpreis
Über einen Sonderpreis konnte sich Filmemacher Ansgar Ahlers Papenburg für sein Werk „Bach in Brazil“ freuen. „Ein Schreibtisch am Meer“, einer der wohl außergewöhnlichsten Preise der deutschen Festivallandschaft, wurde von Ewald Brune an den überraschten Gewinner übergeben. Gegenstand des Preises ist ein einwöchiger Aufenthalt im Hotel Inselloft, wo der Preisträger sich in maritimer Umgebung der Arbeit an neuen Geschichten widmen kann.

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