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Freitag, 06.Januar 2012 - 11:00 Uhr | Kategorie Aktuelles, Regionales

Sturm über Norderney

(der) – Der Wind drehte wie vom Deutschen Wetterdienst vorhergesagt am gestrigen Vormittag ordentlich auf. Von sechs Windstärken um 10 Uhr gingen die Messungen bis auf konstante 10 Windstärken um 13 Uhr herauf. In Böen wurde Orkanstärke erreicht. Gleichzeitig drehte der Wind von West auf Nordwest. Zum Zeitpunkt des Mittagsniedrigwassers stand der Pegel Norderney bei 6,70 Metern. Da steht er an ruhigen Tagen auch schon mal bei Hochwasser.
Mit dem Niedrigwasser ließ der Wind etwas nach, blies aber weiter kräftig aus Nordwest. Auswirkungen hatte der Sturm vor allem auf den Schiffsverkehr. Die Frisia habe um 11.10 und 11.45 Uhr versucht, zu fahren, beide Schiffe seien aber abgedreht, berichtet Frisia-Prokurist Rolf Harms. Der Wind war schlicht zu stark.
Der Verkehr wurde zunächst vorübergehend eingestellt. U 14.30 Uhr fand dann eine Krisensitzung der Kapitäne mit Fahrdienstleiter Heiko Knieper in Norddeich statt, auf der beschlossen wurde, den Betrieb für den restlichen Tag einzustellen, um die Sicherheit der Fahrgäste und Schiffe nicht zu gefährden, so Harms.  Im Fähreinschnitt und im Hafenschlauch vor Norddeich habe der Winddruck das Manövrieren nahezu unmöglich gemacht. Die hoch gebauten Autofähren mit ihrem geringen Tiefgang ließen sich kaum noch kontrollieren. Durch den Winddruck seien die Schiffe nicht mehr an die Anlegebrücken herangekommen. Anlegemanöver dauerten 20 Minuten und länger.
Die Frisia IV, das modernste Schiff der Frisia-Flotte, wurde beim Verholen von der Brücke ein auf  den zweiten Fähranleger beschädigt. Eine der vier unter dem Schiff angebrachten Antriebe wurde durch Kontakt mit Grund beschädigt. Zudem riss sich das Schiff nach dem Festmachen los, wobei Schaden an der Festmacher-Halterung entstand. Heute soll das Schiff bei ruhigerem Wetter in die Cassens-Werft Emden überführt werden, um die notwendigen Reparaturen auszuführen.
Für viele Urlauber bedeutete der Ausfall der Schiffe eine unfreiwillige Verlängerung ihres Aufenthalts. Viele mussten sich um die Verlängerung ihrer Quartiere kümmern, berichtet Rolf Harms. Auf Norderney seien etwa 100 PKW-Transporte und der Lastverkehr betroffen. Die Zahl der Passagiere, die nicht mehr auf das Festland gelangten, werden auf 600 geschätzt. Darunter auch viele Pendler.
Auch in Norddeich prallten viele Schiffsreisende, darunter auch die Norderneyer Schüler am Anleger wieder ab und mussten sehen, dass sie unterkommen.
Für heute wird eine Normalisierung de Schiffsverkehrs erwartet. Die Frisia werde versuchen, Zwischenschiffe einzusetzen, um der erhöhten Nachfrage nachzukommen. Dies sei mit einem fehlenden Schiff nicht ganz so leicht, da auch Juist gestern ausgefallen sei und auch dort viele Urlauber eine Warteschleife gedreht hatten, die Reederei werde aber alles versuchen, wo nötig den Fahrplan zu verdichten, so Rolf Harms.
Wie groß die Gewalt des Windes war, ließ sich unter anderem auf der Kaiserwiese beobachten. Dort wurden Fahnenmasten vom Wind umgeknickt.

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