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Dienstag, 20.Dezember 2011 - 19:35 Uhr | Kategorie Allgemein

„SOS – Socken, Oberhemd, Schlips“

(der) – 1953 haben sich „Hilli“ und Johann Krey verlobt. „Da war’s noch schlecht“, sagt Johann. Beim Bauern war er da. Seine Hilli auch, aber auf einem anderen Hof. Im April 1947 endete die Schule, am 1. Mai begann das Berufsleben. Nicht als Auszubildender, sondern als Knecht. Drei Knechte und zwei Mädels waren sie damals auf dem Hof in Münkeboe. Maschinen gab es nicht. Alles wurde mit der Hand gemacht. Geld gab es auch wenig. Auch nach der Währungsreform 1949, als die D-Mark eingeführt wurde. 25 Mark im Monat waren nicht viel. Wichtiger waren die Deputate, Naturalien für die Mitarbeiter. Vor allem Korn. Wer Korn hatte, konnte Mehl mahlen lassen. Vieles wurde an die Eltern abgegeben.

„Wir hatten wohl Weihnachten, aber das war nix“, sagt Hilli. „SOS – Socken, Oberhemd und Schlips, das waren unsere Weihnachtsgeschenke.“ Zwei Jahre später zog das Paar auf die Insel. Mit einem Fahrrad und dem, was sie dabei hatten starteten die jungen Leute ein neues Leben. Ein Zufall lenkte ihre Lebensschritte auf die Insel. In der Meyerei bekam Johann eine Stellung. Dort standen damals noch 40 Kühe.

Heute können Hilli und Johann Krey auf eine stramme Lebensleistung, Kinder, Enkel und Urenkel blicken. Und richtige Weihnachtsgeschenke gibt es heute auch.

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