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Mittwoch, 23.Mai 2012 - 11:00 Uhr | Kategorie Regionales

Sicherheit für die Schifffahrt

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Titelbild: Links geht es nach Borkum, rechts nach Wangerooge: Hartmut Hass (li.) und Steffan Schulz von der Firma Telent arbeiten an den neuen Richtfunk-Antennen am Leuchtturm. Foto: Dörner

(bad) – Was Fluglotsen für den Flugverkehr sind, das sind die Nautiker der Verkehrszentralen des Wasser- und Schifffahrtsamtes für die Schifffahrt. Die erforderlichen Daten hierzu erhalten sie von verschiedenen Radarstationen.
Um das Legen von Kabeln zu vermeiden, werden die Daten per Richtfunk übertragen, erklärt Günther Rohe, stellvertretender Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Emden.

Ein Radarbild aus dem Bereich Eemshaven an der Emsmündung wird über Borkum und Kampen bis nach Emden gefunkt. Die Daten werden dann gebündelt im Verkehrstechnikraum verarbeitet und anschließend den Nautikern zur Verfügung gestellt. An den Verkehrstechnikraum ist auch die Verkehrszentrale in Wilhelmshaven angeschlossen.

Die Verkehrszentrale Wilhelmshaven ist zuständig für den Schiffsverkehr in Richtung Jade. Die Nautiker in Emden in der Verkehrszentrale „an der Knock“ betreuen den Verkehr in Richtung Ems und die ganze Inselwelt bis einschließlich Spiekeroog.

Drei solcher Richtfunk-Antennen werden seit Montag am Norderneyer Leuchtturm installiert. Sie werden zusätzlich zu den bereits vorhandenen betrieben, um Ausfälle abfedern zu können. Die vorhandenen Systeme werden parallel betrieben, erklärt Rohe.

Wegen der Bauarbeiten ist der Leuchtturm bis zum 24. Mai für den Besucherverkehr gesperrt.
Die Maßnahme dient der Kommunikation mit und der Sicherheit der Schifffahrt, erklärt Günther Rohe. Über die Richtfunk-Verbindungen laufen nicht nur Radarbilder, sondern auch Sprechfunk. So können Nautiker sich mit Schiffen verständigen, mit denen ein normaler Funkverkehr nicht mehr möglich wäre.

Nachdem die neuen Antennen einige Tage in Betrieb gewesen sind, wird sich wahrscheinlich herausstellen, dass ihre Ausrichtung nicht hundertprozentig ist, vermutet Rohe. Daher ist für den 30. oder 31. Mai bereits eine erneute Sperrung des Leuchtturms zur Feinjustierung der neuen Richtfunk-Antennen vorgesehen.

Die Arbeiten vor Ort werden von zwei Firmen ausgeführt, berichtet Jörg Dirksen von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aus Bremen. Die Firma Telent ist spezialisiert auf die Installation von großen Netzwerken, wozu auch die Richtfunkverbindung nach Borkum gehört. Hinzu kommt eine Verbindung nach Wangerooge, die Mitte nächster Woche in Betrieb gehen wird. Die Antenne dazu muss auf Wangerooge noch installiert werden. Dann ist „der Riemen geschlossen“, so Dirksen, also der gesamte Wasserraum von der niederländischen bis zu polnischen Grenze flächendeckend überwacht.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes verfügt über rund 120 Richtfunkverbindungen, meint Dirksen, „es können auch schon ein paar mehr sein“. Hinzu kommen gemietete Leitungen und Lichtwellenleiter.

Die andere Firma, die Büttner & Gawrisch GbR aus Freital, stellt „Industriekletterer“, sagt Jörg Dirksen. Das sind Handwerker, die sich Qualifikationen im Bergsteigen erworben haben. Die Industriekletterer seilen sich, wie in einer Bergwand, mit Hilfe eines Seils zur Arbeitsstelle ab. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Kran und Gerüste nicht praktikabel sind.

Einige Bilder der Bauarbeiten am Leuchtturm. Für eine vergrößerte Ansicht auf eines der kleinen Bilder klicken.

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