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Donnerstag, 23.Mai 2013 - 10:00 Uhr | Kategorie Regionales

Seehunde keine Kuscheltiere

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Titelbild: Seehunde auf einer Sandbank vor Wangerooge: Aktuell ziehen die Meeresraubtiere ihre Jungen groß. Foto: rczeck / NLPV

Norderney – Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer ruft dazu auf, sich Seehunden nicht zu nähern. In diesem Zusammenhang weist die Einrichtung des Landes Niedersachsen besonders auf die ganzjährige Anleinpflicht für Hunde in den Schutzgebieten des Nationalparks hin.

Seit Anfang Mai werden die ersten Seehunde geboren und gesäugt, so die Nationalparkverwaltung in einer Pressemitteilung. In dieser Zeit seien die Tiere besonders aufmerksam und störungsempfindlich. Zum Schutz der Seehunde dürften Seehundebänke im Nationalpark ganzjährig nicht betreten werden. Auch mit Booten von der Seeseite her solle auf ausreichenden Abstand geachtet werden. Die Nationalparkverwaltung empfiehlt eine fachkundige Anleitung. Es müsse im Bewusstsein bleibt, „dass ein Nationalpark ein Schutzgebiet für Wildtiere ist und kein Streichelzoo“, wird Nationalpark-Leiter Peter Südbeck zitiert.

Seehunde wirkten an Land zwar unbeholfen, aber sie seien ebenso wehrhaft wie Wölfe oder Bären. Zwar würden sie in der Regel eher fliehen als angreifen, „doch gerade Muttertiere sollte man nicht unterschätzen“, warnt die Nationalparkverwaltung. Seehund-Mütter hätten in der Säugezeit eine enge Bindung an ihre Jungen. Diese hielten durch „Heulen“, das ähnlich klinge wie das Weinen eines Kindes, Kontakt zum Muttertier. Wer einen „Heuler“ entdeckt, der scheinbar allein am Strand liegt, solle unbedingt einen großen Abstand von mehreren hundert Metern halten. Gleiches gelte für halbwüchsige oder erwachsene Tiere, die ganzjährig auffallend reglos am Strand lägen. Diese seien möglicherweise erkrankt, verletzt oder einfach erschöpft und bräuchten Ruhe. Erst wenn Jungtiere über viele Stunden alleine am Strand lägen, solle man die Seehundstation Norddeich (Tel. 04931-8919) oder die Nationalparkverwaltung (Tel. 04421/911-0) benachrichtigen.

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