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Montag, 06.Oktober 2014 - 19:29 Uhr | Kategorie Bildergalerie, Polizei

Rettungshundestaffel der Johanniter auf Norderney

(war) – Am Samstag besuchten acht Mitglieder der Rettungshundestaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Osnabrück mit ihren Tieren Norderney. Um 10 Uhr führten sie am alten Kurmittelhaus das Können ihrer Rettungshunde vor. So legten sich beispielsweise einzelne Personen auf den Rasen und ein Hund wurde „draufgeschickt“, wie Thomas Jancke von der Rettungshundestaffel erklärt. Das nennt sich Flächensuche. Die Zuschauer konnten sehen, wie der Vierbeiner „verbellt“. Das heißt, der Hund zeigt durch Bellen an,  wo Jemand liegt. Er darf aber nicht über die Person drüberspringen oder sie anstupsen. Meistens dient ein „Leckerli“ oder ein Spielzeug als Anreiz. In der Prüfung, die dann aber ohne „Leckerli“ oder Spielzeug gemacht wird,  muss der Hund eine Fläche von 30.000 Quadratmetern, etwa die Größe  zweier Fußballfelder, nach Personen absuchen und sie dann verbellen. „Das kann ein Obdachloser sein, ein Spaziergänger oder Jemand, der Hilfe benötigt“, so Jancke. Manchmal auch Suizidgefährdete. In einer anderen Übungseinheit, der Trümmersuche, mussten die Hunde in der Ruine des alten Kurmittelhauses zwei versteckte Personen ausfindig machen. Dafür bekamen die Tiere extra zum Schutz ihrer Pfoten spezielle Hunde-Schuhe übergestreift. „Es liegt schon viel Glas herum“, warnt Thomas Jancke. „Und jede Menge Brombeersträucher sind darin“, ergänzt er und macht eine weitläufige Bewegung mit den Armen.  Die Hunde wurden einzeln hereingeschickt. Nach spätestens einer Viertel Stunde hatten  sie im Gebäude alle „vermissten“ Personen ausfindig gemacht. Es werden nur geprüfte Hunde zu einer Suche eingesetzt. Auch ihre Besitzer müssen Prüfungen ablegen. Alle 18 Monate ist das erforderlich. Sie müssen vorher eine Sanitätsausbildung, Funk- und Kompasskunde und die  Erste Hilfe an dem Hund absolvieren. Das Ehrenamt ist sehr zeitaufwendig. „Das ist schon eine ganze Menge. Bei mir kommen da 48 Stunden im Monat zusammen“, sagt Karin Urbanczik von der Rettungshundestaffel. Bei Thomas Jancke sind es sogar über 70 Stunden, erwähnt er.  Als Rettungshunde können alle Rassen verwendet werden. „Sie dürfen nur nicht zu kurze Beine haben, sonst machen sie bei längeren Strecken schneller schlapp“, so Jancke.  Aber der Spaß an der Sache kommt nicht zu kurz, versichern alle Teilnehmer. Fotos: Rass

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