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Mittwoch, 28.Dezember 2016 - 17:00 Uhr | Kategorie Aktuelles, Allgemein, Regionales

Plastikfrei zum Mitnehmen

(ape) – Im April 2014 eröffnete die Norderneyerin Andrea Rass ihr eigenes kleines Café. Die Kaffeegenießerei heißt es und liegt in der Bismarckstraße. Ein Kleinod mit nur wenigen Tischen im Innern, dafür aber große Tische und einladende Bänke im Außenbereich. Wer bei Andrea Rass einen Kaffee trinkt, bekommt schnell mit, dass viele Einheimische vorbeikommen, Kaffee trinken, Kuchen essen. Manchmal auch Frühstücken: Das Frühstücks-Ei ist bio, der Aufschnitt von der hiesigen und preisgekrönten Fleischerei, das Brötchen noch aus einer echten Norderneyer Backstube, der Käse ebenfalls   bio, genau wie der Kaffee, die Milch und der Zucker. Nach Möglichkeit auch fair gehandelt.

Für die 48-Jährige zählt Qualität genauso wie für ihre Mitarbeiterin und langjährige Freundin Linda Weinzettl. „Jedes Café steht und fällt mit der Qualität des Kaffees“, erklärt Weinzettl, die schon seit vielen Jahren in der Gastronomiebranche arbeitet.

Mit dem Tag der Eröffnung lief auch schon der Kaffee zum Mitnehmen, erzählt Rass. Biokaffee im Plastikbecher. Das wird sich nun ändern: „Es hat uns einfach genervt, dass wir soviel Müll produzieren“, erzählt Rass. Der Becher für den Mitnehmkaffee verweile nur etwa 15 Minuten beim Kunden, weiß die Unternehmerin. Jeder Plastikbecher für den Coffee-to-go verlasse aber auch den Recycling-Kreislauf. Denn in der Regel werde dieser Becher in einem öffentlichen Restmüllbehälter entsorgt. Eine Mülltrennung ist unterwegs nicht möglich. Aber „Bio, Qualität und das Produzieren von Unmengen Müll, dass passt nicht zusammen“, erklärt Linda Weinzettl.

Das war auch der Gedanke, der die beiden Frauen veranlasste, nach einer Alternative für das Kaffee-to-go-Problem zu suchen. Am Ende dauerte es nicht länger als vier Wochen, eine umfangreiche Recherche im Internet und eine Erkundigung beim Gesundheitsamt zu den Hygienevorschriften, um das Müllproblem zu lösen. „Wir haben einen Becher gefunden, der komplett plastikfrei ist und in Deutschland hergestellt wird“, berichtet Rass nicht ohne Stolz und stellt einen Coffee-to-go-Becher mit Deckel auf den Tresen. Er fühlt sich an, als sei er aus Kunststoff, sieht auch so aus und ist sehr stabil. Hergestellt ist er aus nachwachsenden Rohstoffen, die allesamt biologisch abbaubar sind, so garantiert es der Hersteller Nowaste. Der Verschlussdeckel ist aus Silikon gefertigt und der Becher vollständig rohölfrei, wirbt das Hanauer Unternehmen. Gefertigt wird er aus einem Baumsaft, der bei der Papierproduktion entsteht und schlichtweg übrig bleibt.

Ab sofort gibt es den plastikfreien Kaffeegenuss bei Andrea Rass und Linda Weinzettl in der Kaffeegenießerei auch zum Mitnehmen. Fünf Euro Pfand müssen dafür hinterlegt werden. Wer will, kann den plastikfreien Becher aber auch direkt für 8,50 Euro kaufen und mit nach Hause nehmen. „Darauf sind wir vorbereitet, es ist ein schönes Mitbringsel“, so Rass.

Dann werden die beiden Frauen auch zum ersten Mal Kaffeetassen füllen, die die Kunden mitbringen, erklärt Rass. Etwas, dass auch für Norderneyer und Handwerker interessant sein kann. Mitgebrachte Kaffeebecher zu benutzen, sei allerdings nur möglich, weil das Geschirr beim Abfüllvorgang nicht mit den Maschinen in Berührung komme. Ein kleines Edelstahlkännchen löse hier das Hygieneproblem. „Das Kännchen ist sowieso immer bei uns im Einsatz“, so Rass. Es sei „einfach einfach“ Müll zu vermeiden.

Foto: Anja Pape

 

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