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Donnerstag, 16.Februar 2012 - 11:00 Uhr | Kategorie Allgemein

Onnen: „Kaninchen springen nicht“

(bad) – Vielleicht lag es ja daran, dass sie den Nomo mit der Ankündigung der Bejagung für heute gelesen hatten? Jedenfalls hielt sich die Zahl der Kaninchen, die bei der gestrigen Jagd an der Hundewiese ihr Heil in der Flucht suchten – und es verfehlten – in Grenzen.

Bei der letzten Jagd seien es über 100 Kaninchen gewesen, die sie geschossen hätten. Gestern waren es immerhin rund 60, schätzte Hegeringsleiter Bernhard Onnen.

„Die Kaninchen springen heute nicht so“, meinte Onnen. Das liege wohl am nur zum Teil aufgetauten Boden. In manchen Gängen der Kaninchenbauten stehe Wasser. Die Kaninchen gingen da wohl durch. Die Frettchen hätten das aber nicht so gerne.

Sechs Jäger waren gestern unterwegs und rückten mit ihren Frettchen, Jagdhunden und Gewehren den Kaninchen zu Leibe. Sie würden nur Albino-Frettchen für die Jagd nehmen, erläutert Onnen. Die sehe man besser als die naturfarbenen und dadurch gut getarnten Tiere.

Dessa

Jagdhündin Dessa aportiert ein geschossenes Kaninchen. In der Box befinden sich weitere Frettchen, die auf ihren Einsatz warten.

Die Frettchen werden mit einem Maulkorb versehen und in die Kaninchenbauten gelassen. Der Maulkorb soll verhindern, dass die Tiere ein Kaninchen tatsächlich totbeißen können, erklärt Onnen.

Sonst könnte es passieren, dass so ein Frettchen sich im Kaninchenbau an einem selbst erlegten Tier satt frisst und sich dann schlafen legt. „Dann warten wir morgen noch darauf, dass die wieder raus kommen“, sagt Onnen. Die Frettchen könnten die Kaninchen mit dem Maulkorb nur ordentlich kratzen. Das würde ausreichen, damit die Kaninchen aus ihren Bauten gescheucht werden, wo sie von den Jägern mit schussbereiter Schrotflinte empfangen werden.

„Diese Löcher gehören zu einem Bau“, sagt Onnen und zeigt auf einige Löcher im Boden, „und die da vorne gehören auch zusammen.“ Woher er das denn wisse? Tja, meint der Jäger, das seien die Jahrzehnte, die er das schon mache. Er könne genau sagen, aus welchem Loch die Kaninchen kämen und in welche Richtung sie versuchen, wegzulaufen. Erfahrung eben.

Die Kaninchen hätten es gut. Anders als viele Hühner in der Legebatterie oder im Mastbetrieb würden sie unter blauem Himmel aufwachsen, frisches Gras fressen und sich ihres Lebens erfreuen. „Und irgendwann komme ich und erlöse sie davon“, sagt Onnen.

Mit Romantik und Hochsitz hat so eine Jagd wenig zu tun. Eher mit Kaninchenbauten abklappern, Frettchen reinsetzen, abwarten. Manchmal springt ein Kaninchen raus und wird erlegt. Manchmal stehen aber auch in Schussrichtung Autos oder Menschen. Dann ist kein Schuss möglich.

Auf 35 Meter habe das Schrot ungefähr 75 Zentimeter Streubreite, sagt Onnen. Als Faustretel gelte: Sicherheitsabstand sei das Kaliber mal Hundert in Metern. Sie würden Kaliber 2,5 Millimeter benutzen, der Sicherheitsabstand betrage also 250 Meter.

Rund um die Pferdewiese am Habenpatt fänden die Kaninchen nahezu ideale Lebensbedingungen vor, erklärt der Hegeringleiter. Viele Anwohner entsorgten wohl ihren Grünschnitt und andere Gartenabfälle dort. Das würde die Kaninchen natürlich freuen.

Auch viel Müll liege dort, meint der Jäger und zeigt auf herumliegende Tüten. Mancher Hundebesitzer stopfe die Schietbüdel auch mitsamt Inhalt in Kaninchenlöcher. Der Hundekot könnte besser gleich liegen gelassen werden. Dann würde er wenigstens vergehen.

Es wird Zeit, dass mal wieder aufgeräumt wird, sagt Hegeringsleiter Onnen. Deshalb ist am 24. März wieder „Aktion Saubere Insel“. Um 14 Uhr geht es los an der Meierei.

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