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Donnerstag, 26.Juli 2012 - 11:36 Uhr | Kategorie Regionales

Norderneyer Krankenhaus: „Jetzt reicht’s!

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Titelbild: Betroffene kommen zu Wort: Ganz links meldet sich gerade Personalratsvorsitzende Andrea Heckelmann. An den Tischen stehen (v. li.) Bürgermeister Frank Ulrichs, Krankenhaus-Geschäftsführer Manfred Weigt, NDR 1-Moderator Hans-Jürgen Otte, und der Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins, Lothar Graw. Foto: Rass

(war) – Eine Folge der Sendereihe „Jetzt reicht’s!“ von Radio Niedersachsen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) wurde am Dienstagabend im Conversationshaus öffentlich aufgezeichnet . Im großen Saal ging es um den Erhalt des Norderneyer Krankenhauses. Rund 30 Norderneyer und Gäste hörten vor Ort live mit. Ausgestrahlt wird die Sendung am heutigen Donnerstag, 26. Juli, um 20 Uhr auf NDR 1 Radio Niedersachsen. Die interessanten Original-Töne (O-Töne) sind bereits am Vormittag zu hören. Das Radioprogramm ist in der Region auf UKW 95,8 Megahertz zu empfangen. Die Sendung kann auch unter: www.ndr.de/ndr1niedersachsen in der Mediathek nachgehört werden.

Moderator Hans-Jürgen Otte stieß auf das Thema, nachdem er vom NDR-Regionalstudio Oldenburg einen Tipp bekommen hatte, sagt er. An einer Diskussionsrunde beteiligten sich Bürgermeister Frank Ulrichs, der Vorsitzende des Fördervereins, Hans-Lothar Graw und der Geschäftsführer des Krankenhauses, Manfred Weigt. Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) und die Barmer Ersatzkasse seien ebenfalls eingeladen worden, ebenso das Sozialministerium. Hier habe sich keiner in der Lage gesehen, jemanden für die Aufzeichnung zu schicken, bedauerte Otte.

Es gab, wie sich der Moderator ausdrückte, in dieser Streitsendung „keine regelrechten Gegner“ des Krankenhauses. Im Gegenteil. Sowohl Weigt als auch Ulrichs gaben das klare Bekenntnis ab, das Krankenhaus auf Norderney erhalten zu wollen. Allerdings seien dafür Umstrukturierungen vonnöten. Der Bürgermeister gab die Prognose ab, dass die Norderneyer das Krankenhaus noch einige Jahre haben werden. Ein Krankenhaus oder eine Aktversorgung werde es immer geben. Der Sprecher des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Thomas Spieler, gab ebenfalls ein – von der Technik eingespieltes, weil aufgezeichnetes – Statement ab. Auch seiner Ansicht nach werde das Norderneyer Krankenhaus weiterexistieren. Hierzu müssten allerdings Budgetvereinbarungen geschlossen werden. Die nächsten Budgetverhandlungen fänden im August statt, erklärte Frank Ulrichs.

Zum „Sicherstellungszuschlag“ war von Spieler kein konkretes Statement zu bekommen. Mit Hilfe dieses Instrumentes soll sichergestellt werden, dass auch in dünn besiedelten, ländlichen Gebieten die Krankenhäuser alle zur stationären Versorgung der Bevölkerung erforderlichen Einrichtungen beziehungsweise Leistungen vorhalten.Wie in der Presse zu lesen ist, wurde am 2. März von den Krankenkassen für Brunsbüttel in Schleswig-Holstein erstmals für ein Krankenhaus auf dem Festland ein Sicherstellungszuschlag genehmigt. Die Krankenkassen befürchten einen Dominoeffekt. Bislang bekommen im Norden nur Krankenhäuser auf den Inseln Sylt, Föhr, Helgoland und Fehmarn einen Sicherstellungszuschlag.

Norderneyer Einwohner kamen während der Aufzeichnung auch zu Wort. Auf Meinungsbildung legt Hans-Jürgen Orte großen Wert, denn seine Radiosendung sei für die Bürger. Aus diesem Grunde habe er auch den Vorsitzenden des Fördervereins. Hans-Lothar Graw eingeladen, der sich dann auch vehement für den Erhalt des Krankenhauses einsetzte, zum Schluss sogar mit passenden Worten auf Platt.

Hanni Weber aus dem Birkenweg führte den Hörern vor Augen, was es bedeute, kein Krankenhaus mehr auf der Insel zu haben. Sie beklagte, dass sie den weiten Weg nach Aurich nehmen müsse, um ihren Mann im dortigen Krankenhaus zu besuchen. Das sei eine ganze Tagesreise und sie würde jedes Mal um die dreißig Euro kosten. Da sei eine Tasse Kaffee noch nicht mal drin enthalten. Eine Zumutung sei das für die älteren Norderneyer.

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