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Freitag, 27.April 2012 - 00:01 Uhr | Kategorie Regionales

Neuer Kamin fürs Blockheizkraftwerk

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Titelbild: Helmut Schnau (links) und Gerd Westphal bugsieren den Notkamin in eine Parkposition am Boden. Gestern wurde einer der Kamine am Blockheizkraftwerk abgebaut.

(bad) – Das Blockheizkraftwerk (BHKW) am Weststrand hat einen neuen Kamin, landläufig auch Schornstein genannt. Zumindest übergangsweise. Denn der neu installierte Kamin ist ein Notkamin, nicht der entgültige, erläutert Ingo Lübben, Technischer Leiter der Wirtschaftsbetriebe Norderney.

Hintergrund der Baumaßnahme: Der alte, 26 Meter hohe Kamin ist so stark verrostet, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr lange gewährleistet wäre. Er musste ausgetauscht werden. Der neue Kamin muss allerdings 1,5 Meter höher sein, wird also 27,5 Meter in der Länge messen. Da das Fundament dann Mehrbelastungen ausgesetzt ist, muss es neu gegossen werden, „ertüchtigt“, sagt Lübben.

In das neue Fundament wird ein neuer Ankerkorb eingegossen. Auf diesem wird der neue Kamin angeschraubt. Mitte Juni, wenn das neue Fundament ausgehärtet ist, wird der höhere Kamin voraussichtlich installiert.
Der neue wird wie der alte auch vier Kaminzüge haben, obwohl nur drei gebraucht werden, erklärt Lübben bei einer kurzen Begehung des BHKW. Das Kraftwerk besitzt derzeit nur drei Module, die Strom und Wärme erzeugen. Der Platz für ein viertes Modul ist aber schon bereit, sollte der Bedarf da sein. Dann käme auch der vierte Kaminzug zum Einsatz.
Das BHKW erzeugt in erster Linie Strom, das von dort ins EWE-Stromnetz eingespeist wird.

Dazu besitzt jedes der Module einen 6-Zylinder-Motor mit angeschlossenem Generator. Die eingesetzte Technik ist ähnlich wie ein Motor im Auto. Notstromaggregate funktionieren genauso. Allerdings  laufen die BHKW-Module mit Erdgas, Notstromaggregate nehmen meist Diesel oder Benzin.
Die Wärme ist dabei sozusagen ein Abfallprodukt. Statt sie im Sinne des Wortes durch den Schornstein zu jagen, wird mit dieser Motorwärme ein Fernwärmenetz gespeist. Die Liste der alleine an diesem BHKW angeschlossenen Gebäude ist beeindruckend. Alle städtischen Gebäude am Kurplatz, also Bad, Conversationshaus und Rathaus, werden von hier aus mit Wärme versorgt.

Dazu kommt das Haus der Insel, das Kurtheater und die ehemaligen Michels Kliniken, jetzt Nordseehaus, samt nebenstehendem fiskalischem Gebäude. Außerdem beheizt das BHKW die Giftbude und das Haus am Weststrand mit Personalhaus.

Jedes Modul könnte rund 35 Einfamilienhäuser mit Heizungswärme versorgen. Zu Spitzenzeiten  wird ein Heizkessel zugeschaltet. Der erzeugt nur Wärme, keinen Strom. Die bisher höchste Auslastung war 1996 zu Silvester, also im tiefsten Winter bei minus 15 Grad Celsius und lauter geöffneten Häusern, war die Anlage, was die Wärmeerzeugung angeht, zu rund zwei Dritteln ausgelastet. Da erzeugte sie eine Leistung von etwa 2.500 Kilowatt Wärmeenergie.

Um ein Einfamilienhaus warm zu bekommen, nimmt man bei moderneren Häusern gemeinhin 15 Kilowatt als Richtwert, meint Ingo Lübben. Die Wirtschaftsbetriebe sind daran interessiert, das Wärmenetz weiter auszubauen. Neben einem vierten BHKW-Modul wäre auch noch Platz für einen zweiten Heizkessel. Das Ende der Kapazität ist also noch lange nicht erreicht.

Hier ist eine Bildergalerie vom Abbau des alten Kamins und Aufbau des Notkamins. Viele der Bilder hat unsere Zukunftstagspraktikantin Anne Christin Läßig geschossen. Zum Vergrößern einfach auf eines der kleinen Bilder klicken.

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