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Dienstag, 01.April 2014 - 10:45 Uhr | Kategorie Regionales

Nationalhymnen für die Nordhelmsiedlung

(der) – In einer Pressemitteilung hatten die Norderneyer Grünen sich zur geplanten Seniorenresidenz auf dem Gelände des ehemaligen Marienheims geäußert. Einer dreistöckigen Bebauung eine „klare Absage“ erteilt. Die Straße dürfe „nicht den Interessen der Investoren zum Opfer fallen“. Es solle zudem nicht zu einer weiteren Verdichtung der Bebauung kommen.
Peter Reuter, der Vorstandsvorsitzende der Norderney-Genossenschaft (NG) erklärte gestern auf Nachfrage, dass er es gut finde, „dass die Grünen sich so intensiv mit dem Thema beschäftigen“. Es werde mit allen interessierten Parteien über die Planungen gesprochen. Die Grünen hätten diese Gelegenheit noch nicht wahrgenommen. Es fehle ihnen das Basiswissen. Reuter: „Das wollen wir gerne nachholen, wurden aber bislang nicht eingeladen.“
Hilke Flessner, ehrenamtlicher Vorstand der Genossenschaft betonte, dass es wichtig sei, mit allen Parteien gemeinsam den Weg zu gehen. Die Umsetzung des Projektes werde schwer genug.
Peter Reuter ergänzt: „Es muss ja für die Bürger sein und nicht gegen sie laufen. Wir wollen nichts gegen jemanden durchsetzen. Das hat keinen Sinn.“
Reuter betont dabei, dass der von den Grünen genannte „Investor“ die NG Genossenschaft sei und nicht ein anonymer Anleger.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Jann Ennen, ergänzt hierzu, dass es daher für ihn selbst auch keinen privatwirtschaftlichen Vorteil gebe. Er übe den Posten ehrenamtlich aus.
Peter Reuter betont, dass sich die NG bei den Planungen „selbstverständlich“ nach den Vorgaben des Denkmalschutzes richte. Man gehe aktiv auf den Denkmalschutz zu und binde ihn von Beginn an mit ein. Beim Thema Höhenentwicklung seien alle Gebäude vermessen worden. Die bisherigen Planungen würden auch keine Überschreitung dieser Höhenlinien vorsehen.
Entscheidend sei aber, was inhaltlich geschehen solle. Eine Tagespflegeeinrichtung, eine Demenz-Wohngruppe und Pflege unter einem Dach sei nur möglich, wenn ein Ausbau innerhalb des Grundstücks möglich sei. Diese Diskussion wolle er aber nicht über die Medien führen, sondern lieber direkt. Aus diesem Grund sei auch der Stadtrat noch nicht voll beteiligt worden. Es gehe um die Zwickmühle zwischen Anspruch und Finanzierbarkeit eines 100-prozentig sozialen Zweckes. Man sei aber mit dem Bauamt im Austausch und suche die Diskussion mit allen Parteien. Die Planungen seien noch nicht fixiert, sondern in einem Entstehungsprozess. Am Baubeginn im September werde aber festgehalten.
Hilke Flessner betont, dass die Größen der einzelnen Angebote von den Trägern und von Gesetzen vorgegeben seien. Man habe sich auch bewusst für einen erfahrenen kirchlichen Träger (Caritas) entschieden, um dessen Fachwissen in die Planung einfließen zu lassen. „Wenn wir alles haben wollen, müssen wir etwas auf dem Gelände bauen.“
Jann Ennen betont, dass es schon jetzt sehr viele Anfragen von Norderneyern nach der Tagespflege gebe. Dies werde von der rot-grünen Landesregierung auch gefördert, da es den Bedürfnissen der Menschen entspreche, bis zuletzt zu Hause zu leben, gute Pflege zu bekommen und eine gute Unterbringung von Demenzkranken.
Das Thema sei aber kompliziert. Noch gebe es rechnerisch ein Minus im Projekt. Man sei dabei, sich Gedanken zu machen, wie dieses Problem gelöst werden könne, denn letztlich müsse das Angebot für die Menschen bezahlbar und sozial verträglich sein.

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