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Dienstag, 26.Juni 2012 - 11:00 Uhr | Kategorie Regionales

Kraftwerksbau geht weiter

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Titelbild: Das Kohlekraftwerk der RWE-Tochter Essent im niederländischen Eemshaven hat eine erneute Baugenehmigung von der Provinz Groningen bekommen. Die vorherige war wegen unzureichender Abwägung von Umweltschutzanliegen gerichtlich gekippt worden. Foto: Bündnis 90 / Die Grünen, Krummhörn

Ostfriesland / Niederlande (bad) – Das Kohlekraftwerk im niederländischen Eemshaven hat eine erneute Baugenehmigung von den zuständigen Behörden erhalten. Den Bau verantwortet die RWE-Tochter Essent. An dem in der Emsmündung gelegenen Ort soll das größte Stromkraftwerk der Niederlande entstehen.

Die erste Baugenehmigung war vom Raad van State, dem höchsten Gericht der Niederlande, gegen Ende des letzten Jahres gekippt worden. Als Grund hatte das Gericht eine unzureichende Abwägung naturschutzrechtlicher gegen wirtschaftliche Interessen angeführt. Das Gericht erlaubte allerdings einen zeitlich begrenzten Weiterbau des Kraftwerks und eine erneute Beantragung der Baugenehmigung.

Gemeinsam entschieden haben die Provinzen Groningen, Friesland und Drenthe sowie das Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Erneuerung. Der positive Bescheid des neuen Antrags wurde am vergangenen Dienstag von der Provinz Groningen veröffentlicht. Wie die Provinz in einer begleitenden Presseerklärung mitteilte, habe RWE überzeugend dargelegt, dass der Baulärm keine Auswirkungen auf die Populationen von Seehunden und Schweinswalen habe. Auch werde das Kühlwasser die Ems nicht aufheizen. Zudem wolle der Konzern in Umweltschutzmaßnahmen investieren.

Jetzt laufen erneut sechs Wochen Widerspruchsfrist, in denen betroffene Kommunen und Bürger ihre Bedenken gegen das Kraftwerk einreichen können. Organisationen wie die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland, die Besorgten Borkumer Bürger und verschiedene Umweltschutzorganisationen rufen zu Protesten und Einsprüchen auf. Sie sehen nicht nur das Weltnaturerbe Wattenmeer durch den Kraftwerksbau bedroht. Bei der überwiegend vorherrschenden Windlage aus Südwest fürchten sie auch um eine Beeinträchtigung ihrer Lebensgrundlage, des Tourismus. Borkum, Juist und Norderney lägen bei dieser Windrichtung nämlich in Richtung der Kraftwerksemissionen.

Die BI Saubere Luft Ostfriesland plant gemeinsam mit Greenpeace Ostfriesland eine Protestfahrt ins niederländische Groningen. Am 30. Juni wollen die Organisatoren von 12 bis 16 Uhr in der Groninger Innenstadt am Waagplein ihrem Protest Ausdruck verleihen. Nähere Informationen gibt es unter: www.bi-saubere-luft-ostfriesland.de

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