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Dienstag, 23.Oktober 2012 - 11:00 Uhr | Kategorie Allgemein

„Keinen direkten Kontakt gehabt“

(bad) – Der Westerwaldkreis hat sein Schullandheim am Sportplatz an Eilt Wessels junior verkauft. Der Norderneyer Investor hat für 1,85 Millionen Euro den Zuschlag erhalten. Überraschend verkündete der Norderneyer Bürgermeister Frank Ulrichs in der letzten Ratssitzung, dass Norderney ein Vorkaufsrecht ausüben wolle.

Das Vorkaufsrecht sei städteplanerischer Natur und stütze sich auf das Baugesetzbuch (BauGB), erläuterte der Bürgermeister auf Nachfrage. Vor einigen Jahren habe die Stadt einen Beschluss gefasst, dass in dem Bereich rund um die Mühle Dauerwohnraum forciert werden solle. Der Bereich werde „für die nächsten Jahre sehr wichtig“, so Ulrichs.
Mit Eilt Wessels habe die Stadt Kontakt aufgenommen und sich das Vorhaben schildern lassen. Zwar habe der Investor seinen Willen zu Dauerwohnraum zum Ausdruck gebracht, das habe aber die städtischen Vertreter nicht überzeugen können.

Das BauGB ermögliche für Fälle, in denen der Verkauf  einer Immobilie den städteplanerischen Überlegungen einer Kommune zuwiderlaufen, den Zugriff auf das Grundstück. Bisher sei man nur mit der Käuferseite, also Eilt Wessels, im Gespräch. Mit dem Westerwaldkreis habe die Stadt „noch keinen direkten Kontakt gehabt“, sagte der Bürgermeister.
Ein Rechtsstreit sei zwar möglich, aber noch nicht absehbar. Ulrichs: „Ein Gerichtsverfahren ist aktuell noch in ganz weiter Ferne.“

Der Westerwaldkreis hat kurzfristig keine Stellungnahme abgegeben. Auch der Investor Eilt Wessels junior war telefonisch nicht erreichbar. Die unter anderem in der Region Westerwaldkreis erscheinende Rhein-Zeitung berichtete allerdings, dass der Westerwaldkreis an dem Vertrag mit Eilt Wessels festhalten wolle.

Die Stadt Norderney wolle außerdem nur den durch ein Gutachten festgestellten Verkehrswert der Immobilie von 1,525 Millionen Euro zahlen. Der Mehrerlös von 325.000 Euro bei Verkauf an Eilt Wessels sei zudem bereits fest im Nachtragshaushalt des Kreises eingeplant. Im Zweifel müsse das ein Gericht klären, zitiert die Rhein-Zeitung
Achim Schwickert, den Landrat des Westerwaldkreises.

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