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Dienstag, 10.Januar 2017 - 11:20 Uhr | Kategorie Allgemein, Regionales

Juister erhalten neues Seenotrettungsboot

Juist/Bremen – Voraussichtlich bereits im Frühjahr 2017 wird die Freiwilligenstation Juist der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ein neues Seenotrettungsboot erhalten. Das Seenotrettungsboot Woltera, das seit Ende 2006 auf der Insel stationiert war, hatte im Dezember 2016 für einen längeren Werftaufenthalt die Insel verlassen. Nun wurde entschieden, dass es nicht auf die Juister Station zurückkehren wird. Stattdessen wir ein neues 10-Meter-Seenotrettungsboot auf die Station kommen.

Im Mai 2016 hatte die DGzRS bei Fassmer drei neue Seenotrettungsboote für Freiwilligen-Stationen in Auftrag gegeben. Den ersten 10,1-Meter-Neubau dieser Serie legten die Seenotretter am Mittwoch, 11. Mai 2016, mit prominenter Unterstützung ihres ehrenamtlichen „Bootschafters“ Markus Knüfken auf Kiel. Der Schauspieler folgte einer Schiffbautradition: Er legte auf der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser eine Münze in eine Sektion des modernen Spezialschiffs ein.

Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden die drei neuen Seenotrettungsboote ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Der erste Neubau der Serie mit der internen Bezeichnung SRB 66 wird dennoch ein besonderes Boot: Eine Förderin der Seenotretter hat die DGzRS in ihrem Nachlass mit einer außerordentlichen Zuwendung berücksichtigt, zweckgebunden für den Neubau einer Rettungseinheit. Letzter Wille der Erblasserin sei, dass das Boot den Namen ihres bereits vor ihr verstorbenen Mannes erhält. Die Taufe ist für das Frühjahr 2017 vorgesehen.

An Bord des Neubaus wird eine Münze jeden Einsatz mitfahren: Markus Knüfken legte in eine Sektion des Neubaus das Zehn-Euro-Stück ein, das die Bundesrepublik Deutschland im vergangenen Jahr zum 150-jährigen Bestehen der DGzRS als offizielles Zahlungsmittel herausgegeben hatte. Schiffbauern und Seenotrettern soll die Münze Sicherheit, Glück und Gesundheit verheißen. DGzRS-Inspektor Carl Göner, verantwortlich für die drei Neubauten, zeigte Knüfken den richtigen Platz: Während früher ein Geldstück unter dem Kiel lag und in der Bauzeit plattgedrückt wurde, findet bei heutiger Bauweise „kieloben“ die Münze Platz in einer speziellen Öffnung an einem Bauteil.

Die neuen Seenotrettungsboote sollen im Zuge der turnusgemäßen Modernisierung der Rettungsflotte ältere Einheiten ersetzen. Es handelt sich um modifizierte Nachbauten der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse der DGzRS. Diese Klasse umfasst heute bereits 20 Einheiten, die auf verschiedenen Werften entstanden sind. Dazu gehörte auch die Woltera.

Auf welchen Stationen die neuen Einheiten ab 2017 zum Einsatz kommen werden, steht noch nicht fest. Gefahren werden alle drei von Freiwilligen-Besatzungen. Mehr als 800 der rund 1.000 Seenotretter an Nord- und Ostseeküste sind Freiwillige.
Im Werft-Tagebuch auf der Internetseite der Seenotretter ist der Bau zu verfolgen. Regelmäßig veröffentlicht die DGzRS aktuelle Fotos unter seenotretter.de/werfttagebuch.

Fotos: DGzRS

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