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Montag, 10.Februar 2014 - 11:10 Uhr | Kategorie Politik

In Ausnahmezonen unterwegs

von Dirk Kähler

Eine lange Debatte gab es in der letzten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr zum Thema Fußgängerzonen. Aus Sicht der Polizei würden die unterschiedlichen Regelungen zu Verwirrungen führen, besonders bei den Gästen.
Der Arbeitskreis Verkehr hatte sich im Vorfeld der Sitzung mit dem Thema auseinandergesetzt. Grundsätzlich sei dabei herausgekommen, dass Fußgänger oberste Priorität genießen sollen, was man bei Fußgängerzonen ja eigentlich erwarten sollte. Immerhin, es war den Mitgliedern gelungen, sich zu einigen (siehe Übersicht).

Neu geregelt ist, dass auf der Fußgängerzone in der Jann-Berghaus-Straße zwischen „Molli“ und Edeka von Pfingsten bis zum Ende der Sommerferien von 10 bis 22 Uhr das Radfahren verboten sein soll. Schon in der Debatte waren sich einzelne Ausschussmitglieder einig, dass dies kaum funktionieren wird. Mit zwei zeitlichen Ausnahmen ist die Regel für Verkehrsteilnehmer auch nicht gerade übersichtlich.

Damit passt die Regelung zu den anderen Fußgängerzonen. Wobei man sagen muss, dass es mit der Poststraße und der Strandstraße ja tatsächlich zwei waschechte Fußgängerzonen gibt. Allerdings wird sich auch dort nicht immer dran gehalten.

In den anderen Bereichen herrscht die Ausnahme. Das lässt sich vermutlich nicht überall vermeiden. Man fragt sich aber, wie andere Städte es schaffen, ganze Innenstadtbereiche vom Verkehr zu befreien.

Längeren Gesprächsbedarf hatte der Ausschuss vor allem bei der Fußgängerzone Bülowallee/Wilhelmstraße. Da ist westlich „Schlecker“ außerhalb des Saisonverkehrsverbotes das Radeln frei, von Pfingsten bis Ende der Sommerferien gilt dort tagsüber (10 – 22 Uhr) Radfahren verboten. Davor ist die Straße zwar auch schon Fußgängerzone, allerdings ist ab Rosengarten bis „Schlecker“ Radfahren erlaubt. Der Norderneyer Polizeibeamte Gerd Neunaber machte in der Sitzung deutlich, dass ihm Fahrradfahrer – vor allem Urlauber – mehrfach glaubhaft machen konnten, dass sie da in eine Falle geradelt seien. Die Radler würden sich nach dem ersten Schild richten und dann auch weiterfahren. Man rechne nicht mit einer solchen Änderung. Neunaber schlug vor, hier für eine deutlichere Beschilderung zu sorgen. Die Grünen Ratsfrau Barbara Bakker-Dinkla vertrat die Ansicht, dass man doch die ganze Zone der Bülowallee für Radler sperren sollte. Das sei weniger verwirrend.

Über die Radler hinaus nimmt die Straße auch noch Taxen mit Einzelgenehmigung sowie den An- und Abreiseverkehr zu den anliegenden Ferienunterkünften auf.

Gegen eine Ausweitung der Zeiten des Lieferverkehrs sprach sich der Ausschuss im Bereich der Friedrichstraße/Schmiedestraße aus. Hier hatte der Arbeitskreis Verkehr vorgeschlagen, außerhalb des Saisonverkehrsverbotes den Lieferverkehr nicht zu beschränken. Das stieß auf wenig Gegenliebe. Die Beschränkung für den Lieferverkehr von 9 bis 12 Uhr bleibt erhalten. Auch in diesem Bereich gilt von Pfingsten bis Ende der Sommerferien: Radfahrer absteigen.

Ob sich hier noch der Begriff „Fußgängerzone anbietet, ist fraglich. Womöglich würde sich „Ausnahmezone“ anbieten.

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