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Montag, 13.Juni 2016 - 12:42 Uhr | Kategorie Aktuelles, Allgemein, Regionales

Hochsaison für Heuler beginnt

Norddeich – In der Seehundstation Nationalpark-Haus in Norddeich ist Niedersachsens erster Heuler des Jahres 2016 aufgenommen worden. „Olli 9“ wurde mit nur 7,65 Kilogramm auf Wangerooge aufgefunden und von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Station nach Norddeich gebracht. Zum Zeitpunkt seiner Einlieferung war er vermutlich erst drei Tage alt. Diese Informationen gehen aus der Pressemitteilung der Seehundstation hervor. Bisher befinden sich neun Heuler in der Obhut der Seehundstation. Bei ihrer Einlieferung waren alle Jungtiere zwischen zwei und vier Tagen alt. Die Tiere seien durch speziell geschulte Wattenjagdaufseher, die ehrenamtlich für die Seehundstation tätig sind, vor Ort beobachtet und erst geborgen worden, als klar war, dass kein Kontakt zur Mutter mehr möglich sein würde, erklärt Stationsleiter Dr. Peter Lienau. Olli und seine Artgenossen verbrachten wie alle Neuankömmlinge die ersten Tage nach ihrer Ankunft in der Quarantänestation im Waloseum. Hier werden alle Tiere erstversorgt, beobachtet und untersucht. Nach Abschluss der veterinärmedizinischen Untersuchungen, konnten bereits sechs der Pfleglinge in die Aufzuchtbecken-Anlage der Seehundstation umziehen. Alle Heuler haben sich gut erholt.. Die Ruhephasen werden nur durch Schwimmübungen und durch die Mahlzeiten unterbrochen. Fünfmal am Tag werden die Tiere mit einem Muttermilchersatz gefüttert. Ab Ende Juli bis Ende Oktober werden die Heuler nach durchschnittlich nur 65 Tagen Aufenthaltsdauer in der Seehundstation fit genug sein, um wieder  ausgewildert zu werden, so in der Pressemitteilung.

Geburtenzeit im Juni und Juli

In den Monaten Juni und Juli ist die Geburtenzeit der Seehunde. Die Jungtiere werden an Land gesäugt und während der Nahrungssuche kurzfristig abgelegt. Ein Jungtier am Strand bedeute daher nicht zwangsläufig, dass es sich um einen Heuler handelt, der dauerhaft von seiner Mutter getrennt wurde. Durch Störungen komme es vor, dass ein Jungtier nicht ausreichend gesäugt werden kann. Ihm fehle dann die Kraft, bei der nächsten Flut dem Muttertier zu folgen. Ein Heuler entsteht.

Verhaltensregeln

Strandbesucher, die in der Zeit zwischen Juni und Juli ein Jungtier finden, sollten aus  Rücksichtnahme auf die Tiere folgende Verhaltensregeln einhalten:

1) 300 Meter Abstand halten

2) Nicht anfassen.

3) Fundort verlassen, damit die Mutter Kontakt zum Jungtier aufnehmen kann.

4) Das Tier muss nicht bewacht werden.

5) Im Notfall melden Sie den Fund der Seehundstation unter Telefon 04931-973330.

Fotos: Seehundstation

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