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Mittwoch, 28.Dezember 2016 - 10:00 Uhr | Kategorie Allgemein, Regionales

Hilfe für afrikanische Partner

(der) – Zum zweiten Mal in der kurzen Geschichte des ‚Norderneyer Morgen‘ rufen wir zur Hilfe für Menschen auf, die weit von unserer Lebenswelt entfernt sind – und das im doppelten Sinn.

Im vergangenen Dezember startete der Norderneyer Morgen unter dem Motto „Nomo-Leser-Helfen“ eine Sammlung für die Organisation Orienthelfer, die von dem bekannten Bayerischen Kabarettisten „Fonsi“ Springer gegründet wurde. Über 5.000 Euro kamen dabei für die Orienthelfer zusammen und es werden immer noch mehr, da seitdem noch ein Norderneyer Gastronom für die Organisation sammelt, die vorwiegend im Libanon, aber auch anderenorts gestrandete syrische Flüchtlinge versorgt.

In diesem Winter soll unser Engagement dem Norderneyer „Freundeskreis Kadeba“ gelten, der sich seit vielen Jahren sehr erfolgreich für und vor allem auch mit Menschen in dem Ort Kadeba („Kadiba“) im Südsudan engagiert. Ein Geburtshaus wurde mit wesentlicher Beteiligung von Norderney gebaut. Zahllose Spenden, aber auch das unermüdliche Engagement des Weltladen-Teams halfen, diese Investition zu stemmen, an der sich zum Schluss sogar Unicef beteiligte. Im nächsten Schritt sollte eine Schule entstehen, doch bislang kam es nur zum Bau des Fundamentes für das erste Gebäude. Oft und ausgiebig wurde über die Erfolge berichtet. Jetzt hat sich das Bild umgekehrt. Dabei war die Hoffnung groß, als der Südsudan vom Sudan unabhängig wurde. Doch 2013 entluden sich Spannungen, die sich zuvor aufgebaut hatten, zu einem offenen Bürgerkrieg. Mittlerweile sind die Nachrichten zunehmend beunruhigend. Der Konflikt, dessen Linien nicht nur zwischen den ehemals verbündeten Bürgerkriegsparteien verläuft, die für die Unabhängigkeit gekämpft haben, sondern auch entlang verschiedener Volksgruppen, droht sogar zum Völkermord zu werden. Die Uno warnte Anfang November vor einem Genozid.

Bislang waren in dem Ort Kadeba die Menschen noch einigermaßen in Sicherheit, aber nach Berichten einheimischer Medien, gibt es auch dort mittlerweile die ersten Toten zu beklagen. Und wie eigentlich immer bei kriegerischen Konflikten, ist es die Zivilbevölkerung in dem ohnehin armen und geschundenen Land, die am meisten zu leiden hat. Neben zerstörten Ernten, Vertreibung durch Waffengewalt und dokumentierten Kriegsverbrechen beider Seiten, scheint eine lang anhaltende Dürre dem eigentlich fruchtbaren Land und seinen Menschen den Rest geben zu wollen.

Die Partner des „Freundeskreises Kadeba“ im Südsudan, der ehemalige Provost (Superintendent) der anglikanischen Kirche, Sylvester Kambaya und sein Bruder Ambrose sitzen zwar zurzeit in der Hauptstadt Juba fest, da der Landweg nach Kadeba zu gefährlich ist, doch auch dort sind sie weiter ansprechbar und willens, Hilfe weiterzugeben, denn viele Flüchtlinge aus den umkämpften Regionen drängeln sich in Juba. Die Lebensmittelpreise sind extrem gestiegen, gleichzeitig haben die Flüchtlinge kaum eigene Mittel. Die Angst vor einem Genozid treibt zudem weitere Menschen in die Flucht. Nach wie vor besteht aber eine Verbindung, auch Geldtransfers sind über einen Umweg über Kenia noch möglich, sodass der Freundeskreis Kadeba und der Weltladen im Martin-Luther-Haus mit Geld für Lebensmittel helfen. Gerade wurden eine private Spende von 1.000 Euro und noch einmal der gleiche Betrag vom Weltladen auf den Weg gebracht.

Gleichzeitig bitten die Partner im Südsudan aber, sie nicht zu vergessen. Als Christen rufen sie zum Gebet auf. Vor allem überzeugen sie durch große Hoffnung. Wenn die Weltgemeinschaft beherzt im Südsudan eingreift und das Schlimmste verhindert, soll der Aufbau wieder beginnen. Die bisher dafür gesammelten Gelder – auch die Förderung von Brot für die Welt – liegen unangetastet auf den Konten. Jetzt geht es vor allem darum, die gröbste Not zu lindern.

Der Freundeskreis Kadeba ist unter dem Dach der ev. luth. Kirche Norderney angesiedelt. Vorsitzender ist der frühere Pastor Guenter Selbach. Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

Halbwegs unabhängige Informationen über die aktuelle Lage im Südsudan gibt es hier: radiotamazuj.org

Das Foto zeigt rechts Sylvester Kambaya im Oktober 2016.

Foto: Privat

 

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