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Dienstag, 09.Juni 2015 - 12:32 Uhr | Kategorie Regionales

Hier im Inselrevier

(der) – Seit dem 1. Juni ist Hauptkommissar Axel Stange neuer Leiter der Polizeistation Norderney. Ende Mai war sein langjähriger Vorgänger Axel von der Osten in den Ruhestand gegangen. Vertreter des neuen Dienststellenleiters ist Oberkommissar Dieter Schrader.
Die Polizeistation Norderney hat eine Sollstärke von elf Beamten. „Zurzeit bemühe man sich, diese Sollstärke auch wieder zu erreichen“, so Stange. Nach dem Ausscheiden des bisherigen Chefs und dessen Vertreter Aloys Kathmann, der bereits vor einigen Monaten in den Ruhestand ging, sind zurzeit zwei Planstellen auf Norderney zu besetzen.  Zu den elf Beamten, die fest auf der Wache sind, gesellen sich in der Saison noch Verstärkungskräfte. Dabei handelt es sich um Polizisten aus ganz Niedersachsen, die sich für drei oder vier Wochen zum Dienst auf der Insel melden, was für viele eine Abwechslung in ihrem Dienstalltag darstellt. Hinzu kommen mitunter auch Praktikanten aus anderen Bundesländern.
Axel Stange, ist seit 1981 bei der Polizei. Schon seit dem 1. Oktober 1984, also gut 30 Jahre versieht der gebürtige Wilhelmshavener auf der Insel seinen Dienst. Zuvor war Stange bei der Bereitschaftspolizei in Oldenburg. Dort sei damals, so berichtet der 53-Jährige, nach einem jungen, ledigen Beamten für Norderney gesucht worden. Axel Stange kannte Norderney schon von einem privaten Urlaub. Stange: „Da hab ich gesagt, da geh ich mal hin.“
Er habe damals an die Basis gewollt, berichtet der neue Dienststellenleiter, und nicht in einer geschlossenen Einheit seinen Dienst versehen und in Gorleben am Bohrloch stehen. Der Einzeldienst biete die Möglichkeit, mit Menschen direkt in Kontakt zu kommen und die Polizei auch als Freund und Helfer zu repräsentieren. Das sieht auch Stanges neuer Stellvertreter so. Dieter Schrader kam 1974 zur Polizei und ist seit 1994 im Inselrevier unterwegs. Auf Norderney ist besonders, dass die Polizeiarbeit beinahe alle Bereiche umfasst, sagt Dieter Schrader. Auf großen Polizeistationen am Festland gebe es dagegen für alles eine eigene Abteilung.
Die Arbeit auf der Insel bestehe zudem durch den direkten Kontakt zu den Menschen. Auch die Zusammenarbeit mit Behörden, Rettungskräften und anderen Institutionen sei gut. Schrader: „Man kennt sich und dann läuft es sehr charmant.“ Je länger man auf der Insel arbeitet, desto mehr Spaß macht es, schwärmt Dieter Schrader. Allerdings sei es auch ungleich schwerer, schlechte Nachrichten, etwa bei einem Todesfall zu überbringen. „Da ist die persönliche Betroffenheit dann groß“, sagt der 58-jährige Oberkommissar.  Während ihrer langen Inselerfahrung hat sich im Dienst viel geändert, berichten die beiden Beamten. Früher saßen die Ermittler in Norden. Die Schutzpolizisten vor Ort schrieben nur mal einen Bericht und gaben die Fälle weiter. Das hat sich gründlich geändert. „Heute bearbeiten wir von Einbrüchen bis Brandermittlung alles selber“, erzählt Dieter Schrader.

Straftaten zurückgegangen
Insgesamt ist die Zahl der Straftaten auf Norderney deutlich zurückgegangen, sagt Axel Stange. Auch im Jugendbereich sind demnach deutlich weniger Fälle zu verzeichnen. Seit einigen Jahren habe jedoch die Internetkriminalität zugenommen. Habe noch vor ein paar Jahren alle sechs Monate mal ein Geschädigter die Wache aufgesucht, komme dies nun mehrfach in der Woche vor. Dabei gehe es mitunter um richtig große Summen, berichtet Axel Stange zusammen. Ansonsten drehe sich das Geschehen oft um inseltypische Delikte wie Fahrraddiebstähle. Stange: „Da arbeiten wir dann für die Versicherungen.“

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