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Dienstag, 03.April 2012 - 11:00 Uhr | Kategorie Regionales

Grundschule: Bauarbeiten und Forschung

(bad) – An der Grundschule wird wieder gebaut. Es passieren „mehrere Sachen gleichzeitig“, sagt Carsten Rass, Projektleiter bei den Technischen Diensten der Stadt Norderney (TDN).
Derzeit würden in einem ersten Flurabschnitt die vorhandenen Decken „ertüchtigt“, so Rass. Die alten Stahlträger, die im Mauerwerk stecken, haben mit der Zeit angefangen zu rosten. Rostendes  Metall quillt auf.
Folge: Die alten Trägerköpfe drücken die Mauern nach außen.

„110 Jahre Wind und Wetter haben auch diesen Bauteilen zu schaffen gemacht“, meint Rass.
Die alten Trägerköpfe werden nun entfernt, neue Träger werden von innen eingezogen. Dabei wird die Innenwand zur tragenden Wand. Bisher ruhte das Gewicht der Decken auf den äußeren Wänden.

Im gleichen Bereich, in dem innen gebaut wird, wird auch die Fassade von außen saniert. Die TDN werden dabei unterstützt durch ein Forschungsprojekt der Deutschen Umweltstiftung in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg. Es geht dabei um neue Verfahren, die Wasseraufnahme und -abgabe von Mauerwerk direkt vor Ort prüfen zu können.

Das Forschungsprojekt wird vom Bund finanziert. „Wir haben gerne Ja gesagt, weil wir als Stadt davon profitieren“, so Rass. Bisher sei es ohne größere Schwierigkeiten möglich, die Wasseraufnahme von Mauerwerk zu testen. Die Wasserabgabe zu ermitteln sei nicht so einfach.

Die Reaktion von Mauerwerk auf Wasser trägt aber wesentlich zum Erhalt bei. Rass: „Man versucht das so hinzubekommen, dass die Fassade sich in einem angenehmen Gleichgewicht befindet.“ Die Fugen etwa seien so abgestimmt, dass sie einen Großteil des Wassers wieder abgeben.

Am ersten Montag der Osterferien hätten die Arbeiten begonnen, erklärt der Projektleiter, „die ersten Teile sitzen schon.“ Bisher sei er sehr zufrieden.

Die Dacharbeiten an der Grundschule seien soweit abgeschlossen, meint Rass. Er hoffe, dass Ende April oder Anfang Mai der Uhrenturm aufgesetzt werden könne.

Nächste Woche, wenn alles gut läuft, wird die Fassade eingerüstet. Der erste Abschnitt der Fassadensanierung wird sich vermutlich bis Mitte oder Ende Mai hinziehen. Hauptsächlich wird neu verfugt. Ein Spezialmörtel sorgt dabei dafür, dass Salz aus dem Mauerwerk herausgezogen wird. Wegen der Lärmschutzverordnung erwartet der Projektleiter keine Probleme: „Verfugen macht keinen Krach.“

In den Sommerferien soll dann die Trägerkonstruktion hinter Trockenbau versteckt werden. Bis dahin bleiben die Träger sichtbar. Dann werden auch die übrigen Flurdecken in der gleichen Weise ertüchtigt.

Die Decken der Klassenräume können allerdings nicht in der gleichen Weise abgestützt werden. Die Wände sind dafür nicht stabil genug. Daher wird in den Sommerferien eine Art Betonfundament im Keller gegossen, auf dem dann eine Trägerkonstruktion für die Decken der Klassenräume aufbauen soll, erklärt Carsten Rass. Im Herbst folgt der erste Klassentrakt.

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