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Montag, 20.März 2017 - 06:44 Uhr | Kategorie Politik

Gartenstadt – Planungen in Bewegung

(der) – Am 22. Februar hatte der Bauausschuss der Stadt Norderney über die Planungen im Bereich der so genannten Gartenstadt beraten und den derzeitigen Planungsstand zur Kenntnis genommen. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass dieser Stand auch tatsächlich so umgesetzt wird.
Dieser Kenntnisnahme im Bauausschuss war ein gemeinsamer Antrag der CDU, FDP und der Freien Wähler vorangegangen. Der Antrag hatte zum Ziel, die 2015 beschlossene Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das Bauprojekt auf dem früheren Namuth-Grundstück jetzt wirklich auf den Weg zu bringen.

Anderer Entwurf

Der im Jahr 2015 verhandelte Entwurf sah eine dorfähnliche Bebauung vor.

Allerdings hatte die Bauherrengemeinschaft B & S im Jahr 2015, als der grundsätzliche Beschluss erfolgte, dort ein Wohngebiet möglich zu machen, noch einen ganz anderen Planungsvorschlag vorgelegt. Dieser Plan sah eine Bebauung mit einstöckigen Gebäuden und Dorfcharakter vor. 2015 hatte der damalige Vorsitzende des Bauausschusses, der mittlerweile verstorbene Jan Harms (SPD), erklärt, dass das vorgelegte städtebauliche Konzept keine Zustimmung finde. Grundsätzlich werde das Projekt aber begrüßt. Jan Harms hatte seinerzeit nach der Sitzung eine Reihe von Anfeindungen erlebt.
Gut eineinhalb Jahre später und unter neuen Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat, legte der Investor B & S nun einen neuen Entwurf vor, der in der öffentlichen Sitzung am 22. Februar vorgestellt wurde.

Lange umstritten

Der neue Entwurf sieht nun eine zweigeschossige Bebauung plus Dachgeschoss vor. Eine Bebauung, die eher städtischen Charakter hat, wie Bauamtsleiter Frank Meemken in der Sitzung am 22. Februar angemerkt hatte.
Bürgermeister Frank Ulrichs erklärte im Gespräch mit dem Norderneyer Morgen, dass die Anlieger teilweise gar nicht gegen die Bebauung seien. Allerdings habe der neue Entwurf bei den Anliegern Fragen aufgeworfen. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass diese bei einem Grenzabstand von drei Metern neun Meter hohe Gebäude vor die Südseite ihrer Häuser gestellt bekommen könnten. Die bisherigen Entwürfe waren auf der Internetseite zu sehen,war aber zur zeit der Abfassung dieses Beitrags nicht erreichbar. Sie wird umgebaut, heißt es auf der Internetseite der Investoren (www.gartenstadt-norderney.de).
Die Bebauung des Grundstückes war lange grundsätzlich umstritten. In der Politik herrschte die Meinung vor, dass es sich um eine Bebauung in zweiter Reihe handele, die auf Norderney nicht gerne gesehen wird. Erst der Vorschlag des Investors, dort ausschließlich Wohnraum für Einwohner zu schaffen, brachte die Wende, mit der sich, abgesehen von den Grünen, auch alle Parteien angefreundet hatten.

Wohnraum sichern

Es gab und gibt einen Auftrag des Stadtrates an die Verwaltung, sicherzustellen, dass diese Vorgabe, Wohnraum ausschließlich für Inselbewohner zu schaffen, auch umgesetzt wird. Darum hatte sich bei der Stadtverwaltung der ständige Vertreter des Bürgermeisters, Holger Reising, gekümmert und offenbar mit Erfolg, wie Bürgermeister Frank Ulrichs in der Sitzung des Bauausschusses am 22. Februar erklärt hatte. Nun sieht sich auch Holger Reising Anfeindungen ausgesetzt (siehe Kommentar unter diesem Artikel).

Bestmöglich abgesichert

Die Investoren seien zwar bemüht, diese Vorgabe umzusetzen, seien aber inhaltlich auf die Unterstützung und das Fachwissen der Stadt angewiesen, erklärte hierzu Bürgermeister Frank Ulrichs auf Nachfrage des Norderneyer Morgen. Es gebe jetzt einen Entwurf für einen Vertrag zwischen Stadt und Investor, der aber erst noch die politische Beratung durchlaufen müsse, so Ulrichs.
Aus Neutralitätsgründen wird der für das Bauprojekt nötige vorhabenbezogene Bebauungsplan vom Landkreis Aurich aufgestellt.

Dieser sei auch bereits damit befasst, heißt es aus der Verwaltung. Anschließend erfolgt die Anhörung der Anlieger und die Bürgerbeteiligung. Aufgabe der Stadt bleibt es, die politischen Vorgaben durch einen sogenannten Durchführungsvertrag abzusichern.
Nach Ansicht der Verwaltung seien die Interessen der Stadt, also die Schaffung von Wohnraum, bestmöglich abgesichert. Bei der aktuellen Vertragsfassung habe die Stadt ein Mitspracherecht bei der Vergabe der Wohnungen. Dieser Vertragsentwurf ist noch in der Beratung – also noch nicht unterzeichnet.

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