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Mittwoch, 16.April 2014 - 00:01 Uhr | Kategorie Regionales

Frisia-Offshore: „Beaufort“ erleidet Maschinenausfall

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Titelbild: Manövrierunfähig: Die MS "Beaufort" liegt nach einem totalen Blackout vor Borkum. Luftbild: Havariekommando

Norderney / Norddeich – Die MS „Beaufort“ meldete am Montagmorgen gegen 5 Uhr einen totalen Stromausfall. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Mehrzweckschiff der Frisia Offshore rund 33 Kilometer nördlich der Insel Borkum.

Das deutsche Havariekommando übernahm die Leitung der Rettungsmaßnahmen. Ein erster Schleppversuch am frühen Morgen schlug fehl. Die Besatzung konnte jedoch mit einem Hubschrauber der Deutschen Marine evakuiert werden.

Die MS „Beaufort“ hat Notanker geworfen und wurde vom Schlepper „Arion“ an ihrer Position gehalten. Auch der Notschlepper „Nordic“ und das Mehrzweckschiff „Neuwerk“ waren am Montag vor Ort. Im Seegebiet herrschten zum Zeitpunkt der Havarie sieben Windstärken mit Wellenhöhen um die fünf Meter. In der Nacht zu Dienstag ist aufgrund der sehr groben See der Schleppdraht zwischen der „Beaufort“ und der „Arion“ gebrochen.

Am Dienstag wurde die „Neuwerk“ durch das Mehrzweckschiff „Mellum“ ersetzt. Gemeinsam mit der „Nordic“ sollte es die Bergung der „Beaufort“ durch ein von der Reederei Frisia beauftragtes Unternehmen sichern.

Am Montagmittag ging ein vom Havariekommando alarmiertes Boardingteam an Bord der „Beaufort“. Das Team besteht aus vier Seeleuten, die speziell für den Einsatz auf manövrierunfähigen und verlassenen Schiffen ausgebildet sind. Ein Hubschrauber der Bundespolizei hatte die Spezialisten auf dem Havaristen abgeseilt. Gestern entsandte das Havariekommando einen Nautiker als Einsatzleiter vor Ort.

Die Mitglieder des Boardingteams stellten zunächst eine Schleppverbindung zwischen der „Beaufort“ und der „Nordic“ her. Die „Nordic“ sicherte die „Beaufort“ gegen Wind, Wellen und Strömung und übergab im Anschluss die Schleppverbindung an den privaten Schlepper „Arion“.

Zum Zeitpunkt des Ausfalls der Systeme befand sich die „Beaufort“ nach Angaben der Wasserschutzpolizei Emden auf der Reise von den Offshorefeldern in der Nordsee nach Emden. Beamte der Wasserschutzpolizei haben inzwischen die Ermittlungen für die Bundesstelle für Schiffsunfalluntersuchungen aufgenommen. Ermittler befragten dazu bereits die evakuierte Besatzung. Konkrete Angaben zur genauen Ursache des Totalausfalls der Systeme lassen sich jedoch erst nach den technischen Ermittlungen an Bord der „Beaufort“ machen. Dazu muss das Schiff zunächst in Emden festmachen.

Von den Erkenntnissen der technischen Untersuchungen wird es abhängen, ob und inwieweit Ermittlungsverfahren gegen den 46-jährigen deutschen Kapitän und den 60 Jahre alten deutschen Ingenieur eingeleitet werden.

Bilder: Deutsches Havariekommando

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