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Freitag, 23.März 2012 - 15:57 Uhr | Kategorie Wirtschaft

Frisia: Erster Blauer Engel

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Titelbild: Die Frisia VIII trägt ab sofort einen „Blauen Engel“: (v. li.) Stefan Plaggenborg (Kurre GmbH), Janine Braumann (Umweltbundesamt), Katharina Koppe (Umweltbundesamt), Dr. Ralf-Rainer Braun (Jury „Blauer Engel“), Carl-Ulfert Stegmann (Vorstandsvorsitzender der Frisia), Thomas de Vries (Leiter Technische Inspektion Frisia), Sascha Schäfer (Assistent der Inspektion), Gerjet Gerjets (Kapitän der Frisia VIII)

(bad) – Die Frisia VIII erhält den bundesweit ersten „Blauen Engel“ für umweltfreundliches Schiffsdesign. Die Auszeichnung wurde gestern in Norddeich offiziell übergeben. Der „Blaue Engel“ wird vom Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vergeben. Die Einhaltung der Vergabekriterien werden durch eine unabhängige Prüfanstalt, die RAL gGmbH, und eine 15-köpfige Jury überwacht.
Zur Preisverleihung waren eigens zwei Vertreterinnen des Umweltbundesamts und ein Vertreter der Jury des „Blauen Engel“ nach Norddeich gekommen.
Carl-Ulfert Stegmann, Vorstandsvorsitzender der Reederei AG Norden-Frisia, stellte die 2010 in Dienst gegangene Frisia VIII vor. Das Schiff diene dem Güterverkehr, sagte Stegmann. Es sei ein „sehr gutes Arbeitspferd“, laufe vor allem Juist an.

Um so gut es geht tideunabhängig zu sein, sei die logistische Herausforderung zu lösen gewesen, bei möglichst wenig Tiefgang möglichst viel Zuladung zu haben. Die Frisia VIII sei in nur drei Monaten gebaut worden. Sie verfüge zusätzlich zu den Ankern noch über ausfahrbare Ankerpfähle, die es dem Schiff ermöglichen, im Watt festzumachen.
Drei Ankerpfähle hat die Frisia VIII. Jeder ist 16 Meter lang.

Sind sie nicht in Gebrauch, türmen sie sich über Deck auf, zwei hinten, einer vorne.
Der eigentliche Grund, den „Blauen Engel“ zu beantragen, sei das Weltnaturerbe Wattenmeer gewesen. Stegmann: „Wir stellen uns der Verantwortung.“ Die Reederei wolle nicht nur den wirtschaftlichen, sondern auch den ökologischen Interessen Rechnung tragen.

Umweltschutz im Seeverkehr werde zunehmend ein Thema, meinte Katharina Koppe vom Umweltbundesamt. Seit 2002 gebe es den „Blauen Engel“ für umweltfreundlichen Schiffsbetrieb. Darunter könnten auch Umbauten fallen.
Der „Blaue Engel“ für umweltfreundliches Schiffsdesign sei neu und werde für die Frisia VIII erstmalig vergeben.
Im Schiffsverkehr fehlten noch einige Jahrzehnte, was Umweltstandards angehe. Die Mehrzahl der Schiffe würden noch mit Schweröl betrieben.

Die Frisia VIII halte die gesetzlichen Standards nicht nur ein, sondern gehe über diese hinaus, so Koppe. Die Nordsee sei Schwefelemissionskontrollgebiet. Dort dürften nur 1 Prozent des Schiffsabgases aus Schwefelverbindungen bestehen. Die Frisia VIII unterbiete das deutlich. Dieses Schiff schaffe 0,001 Prozent.
Um die Umweltplakette „Blauer Engel“ zu erhalten, musste die Frisia VIII über 35 Vergabekriterien einhalten. Eines davon sei eben der Schwefelgehalt im Kraftstoff, ein anderes etwa die Reinigung des Abwassers, das sonst vielfach einfach ins Meer geleitet werde.

Die Frisia VIII sei ein gelungenes Beispiel für das Zusammenbringen von Ökonomie und Ökologie, sagte Dr. Ralf-Rainer Braun von der „Blauer Engel“-Jury. Der „Blaue Engel“ sei nicht nur das bekannteste, sondern auch das älteste Umweltzeichen. Es sei auf vielen Artikeln im Baumarkt zu finden.

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