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Freitag, 15.Mai 2015 - 15:01 Uhr | Kategorie Wirtschaft

Feine Sinne sind gefragt

(syk) – Beim Öffnen der Tür strömt einem schon der Duft von frisch geröstetem Kaffee entgegen. Die beiden Neu-Norderneyer Matthias Schnatz (32) aus Mainz und Stephan Freisleben (37) aus Hochheim erfüllten sich mit ihrer Kaffeerösterei „BITTERSÜSS“ in der Strandstraße zwei lang gehegte Träume. Einmal ihre Berufung zum Beruf zu machen und ihren Lebensmittelpunkt auf Norderney zu haben. In vielen Jahren Urlaub auf der Insel haben sie sich schon einige Kontakte aufgebaut. Stephan ist als Aktiver beim Norderneyer Laientheater. Matthias dagegen findet seinen Ausgleich beim Fahrradfahren fern ab der Hektik Richtung Inselosten.
Die beiden Kaffee-Sommeliers kommen ursprünglich aus völlig anderen Berufen. So war Matthias als Ingenieur und Stephan als Verkaufsleiter in der Industrie im Rhein-Main Gebiet beschäftigt. In einem Intensivkurs zum Kaffee-Sommelier mit IHK Zertifikat erlernten die Jungunternehmer die Kunst des Kaffeeröstens. „Schon in der Kindheit half ich meiner Mutter beim Kochen und Backen und war für das Abschmecken der Soßen zuständig“, erzählt der gebürtige Mainzer.
Bei der Auswahl ihrer Produkte, sei es die Herkunft der Kaffeebohnen, die Zutaten und Herstellung ihrer Pralinen, Trüffel und Fruchtaufstriche legen die vegetarisch lebenden Unternehmer großen Wert auf Nachhaltigkeit, fairen Handel und biologischen Anbau. „Wir beziehen unsere Rohstoffe ausschließlich von Kleinbauern“ berichtet der 37-Jährige. Infos über ihre Lieferanten erhalten sie über die Röstergilde oder ihren Importeuren.
Im Sommer sind Kurse geplant. „Wer weiß schon, dass die Rohbohne 150 Aromen hat und man beim Rösten bis zu 900 Aromen rauskitzeln kann“, erklärt der gebürtige Hochheimer. „Der Unterschied zum Massenprodukt ist, dass in der Industrie in drei Minuten bei 350 Grad, im BITTERSÜSS in 15-20 Minuten bei 180 Grad geröstet wird“, verrät der 32-Jährige. Dies und viel mehr rund um das Thema Kaffee soll in kleinen Gruppen gelernt werden.
Bereicherung und keine Konkurrenz zu sein, ist den Sommeliers sehr wichtig. Und genau so erlebten die Cafébesitzer ihre Eröffnung. Viele Norderneyer Geschäftsinhaber kamen und gratulierten. „Es ist ein Miteinander und kein Gegeneinander“ freuen sich die Inhaber. „Was wir nicht im Sortiment haben, hat ein anderes Geschäft und wir geben die Adressen gerne an unsere Gäste weiter“.

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