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Montag, 23.Februar 2015 - 10:34 Uhr | Kategorie Regionales

Fahrwasser: „Sehr guter Weg“

nördliches Busetief_neu

Titelbild: Das umrahmte Gebiet auf dem Peilplan zeigt das neue Fahrwasser. Noch vor Ostern soll die Trasse vor dem Weststrand ausgebaggert werden. Grafik: WSA Emden

(der) – In die Diskussion um die Fahrwassersituation ist Bewegung gekommen. Am Mittwoch vergangener Woche gab es wieder eine Gesprächsrunde beim Wasser- und Schifffahrtsamt Emden. Heiko Knieper, Prokurist und Fahrdienstleiter der Frisia, ist optimistisch (siehe NoMo vom 19. Februar).

„Der Bund wird etwas machen“, so Knieper gegenüber dem Norderneyer Morgen. Noch vor Ostern soll die neue Trasse vor dem Weststrand, die bereits vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) mit Fahrwassertonnen versehen wurde, ausgebaggert werden. Der neue Fahrweg war durch Peilungen des WSA und Beobachtungen der Frisia-Kapitäne favorisiert worden.

Derzeit laufen die Berechnungen für die Maßnahme. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass rund 25.000 Kubikmeter Sediment bewegt werden müssen. Bei der Übernahme der Kosten habe der Bund noch etwas draufgelegt, so Knieper. Es werde aber von den „Partnern“ auch etwas erwartet, berichtet der Fahrdienstleister der Reederei. Die Partner sind in erster Linie die Frisia und der Windpark-Betreiber DONG-Energie, dessen Schiffe ebenfalls von Norddeich aus fahren.

Knieper erwartet, dass es noch bis in den März hinein zu Behinderungen im Fährverkehr kommen wird. Die Ausschreibung für die Baggerarbeiten müsse laufen, ein Schiff müsse auch erst einmal frei sein.

Zudem müssten die Umweltbehörden auch ihr Ok geben. Das sei zwar alles mehr oder weniger formal, benötige aber Zeit. Nach Kniepers Schätzung könnte ab dem 9. März die Arbeit beginnen.

Das Bundesverkehrsministerium, dem das WSA unterstellt ist, habe angekündigt, etwa 70 Prozent der anfallenden Kosten zu übernehmen. Das bestätigte auch Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs, der ebenfalls an dem Gespräch beim WSA teilgenommen hatte. Im Vorfeld hatten sich Frisia, Dong und die Stadt Norderney unabhängig voneinander noch einmal schriftlich an das Bundesverkehrsministerium gewandt, berichtet Frank Ulrichs.

Aus Sicht des Norderneyer Bürgermeisters hat sich der Bund von der bisherigen Regelung gelöst, die starr vorsah, jährlich einen Betrag von rund 150.000 Euro zum Erhalt des Fahrwassers zur Verfügung zu stellen.

Bei den Kosten für die jetzt geplante Maßnahme variieren die Zahlen bislang stark, berichtet Frank Ulrichs. Es werde von mindestens 500.000 Euro ausgegangen. Es gebe jedoch die Möglichkeit, das Baggergut in der Nähe der Baggerstelle zu verklappen. Dadurch würden die Kosten erheblich minimiert. Wie teuer es wirklich werde, könne man aber erst am Ende der Baggermaßnahme sehen.

Es sehe aber so aus, so Ulrichs, dass dieser neue Fahrweg verspreche, eine verlässliche Route abzugeben. Festlegen wolle sich aber auch von den Experten niemand. Dafür sei die Situation im Watt zu unvorhersehbar.

Einen Streitpunkt gibt es auch schon bei der Maßnahme. Die Frisia wünscht sich bei dem Durchstich, dass er so breit wird, dass sich dort zwei Schiffe begegnen können. Diese sogenannte Zweischiffigkeit, also ein deutlich breiteres Fahrwasser, erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Fahrrinne nicht so schnell wieder zusammenfalle, meint Heiko Knieper von der Frisia. Letztlich habe es bei den Gesprächen sehr viel Einigkeit gegeben und es sei nicht viel diskutiert worden. Knieper: „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“

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