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Samstag, 08.September 2012 - 10:10 Uhr | Kategorie Regionales

Essen auf Rädern: „Nur einen Anruf gehabt“

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Titelbild: Ehrenamtliche Helfer wie Carl Raß (Bild) fahren "Essen auf Rädern" aus. Foto: Archiv

(bad) – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) liefert auf Norderney Essen auf Rädern aus. Vor wenigen Tagen teilte der Ortsverein mit, dass noch Fahrer gesucht würden. Bislang ist die Suche ohne Erfolg geblieben.

Nur einen Anruf habe sie gehabt, schildert die Ortsverein-Vorsitzende des DRK, Elenore Nuhn. Und aus dem sei leider kein neuer Fahrer geworden. Sie verstehe das nicht. Es gebe doch genügend Menschen auf der Insel, die gerne eine Beschäftigung hätten. Sie denke da an Rentner oder Arbeitslose.

Derzeit gibt es drei Zweier-Teams, die Essen ausfahren, erläutert Nuhn. Keines der Teams fahre länger als zwei oder drei Tage am Stück. Die Teams träfen sich alle vier Wochen und erstellten den Dienstplan. Dabei sei auch der Austausch von Erfahrungen wichtig.

Es gehe nur um eine Stunde am Tag, so Nuhn. Ihr und vor allem den anderen Fahrern würde es bereits helfen, wenn sich Interessenten fänden, die nur einen oder zwei Tage pro Woche Zeit hätten. Schließlich wollten die jetzigen Fahrer auch mal in Urlaub fahren oder würden mal krank. Die alten Menschen könne man deshalb aber nicht ohne ihre tägliche Versorgung lassen.

Mancher alte Mensch komme noch in seinen eigenen vier Wänden zurecht, komme aber nicht mehr so raus. Einige wohnten auch in der Siedlung. Speziell im Winter würden die Wege dann schnell lang werden. Für manche dieser Menschen sei der tägliche Besuch von „Essen auf Rädern“ der einzige Gesprächskontakt, den sie den ganzen Tag über hätten, erklärt Nuhn. Wichtig sei, dass die Versorgung der alten Menschen auf Norderney gesichert sei.

Welchen Stellenwert die Arbeit der ehrenamtlichen „Essen auf Rädern“-Fahrer hat, merke man daran, dass manche alten Menschen auf die leere Warmhalteverpackung, die an die Küche zurückgehe, etwas Trinkgeld für die Fahrer legten. Dabei hätten sie doch häufig selbst nur ganz wenig Geld zur Verfügung, meint die DRK-Vorsitzende.

Über das Essen bekomme sie praktisch nur positive Rückmeldungen, so Nuhn. Die Kunden seien in aller Regel zufrieden. Natürlich gebe es das mal vereinzelt, dass das Essen zu viel, zu wenig oder nicht das richtige sei. Aber das sei immer schnell zu lösen.

Zubereitet werden die Essen in der Küche des Senioren- und Pflegeheims Inselfrieden von Axel Gebhardt und Helge Müggenburg. Die beiden Köche können die positiven Rückmeldungen bestätigen. „Die Leute sind sehr zufrieden“, sagt Müggenburg. Derzeit würden täglich rund 30 Essen zubereitet. Die Küche des Inselfriedens habe aber noch Kapazitäten frei.

Wer mithelfen möchte, „Essen auf Rädern“ auszufahren, benötigt keine besonderen Vorkenntnisse. Lediglich ein Auto-Führerschein und Zuverlässigkeit sind wünschenswert. Interessierte können sich direkt an Elenore Nuhn wenden, Telefon 81623.

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