Nomo Online News

Mittwoch, 03.Februar 2016 - 12:33 Uhr | Kategorie Regionales

Erster Kegelrobben-Heuler in der Seehundstation

Norddeich – Mitte Januar wurde auf Spiekeroog ein Kegelrobben-Heuler aufgefunden und von ehrenamtlichen Wattenjagdaufsehern in die Quarantänestation im Waloseum gebracht. Nach Abschluss aller Untersuchungen und einigen Tagen unter Beobachtung, ist der Heuler, der auf den Namen Ernstel getauft wurde, überlebensfähig und gesund. Mittlerweile konnte Ernstel in die Seehundstation umziehen und konnte auch schon an Gewicht zulegen. Den Besuchern der Station präsentiert sich das Kegelrobbenbaby mittlerweile sehr munter. Die Aufzucht von verwaisten Kegelrobbenjungtieren gehört zum Aufgabenbereich der Seehundstation Nationalpark-Haus.
Trotz anhaltend hoher Geburtenzahlen und der steigenden Zahl von Kegelrobben im niedersächsischen Wattenmeer, sei die Anzahl der hilfebedürftigen Kegelrobben-Heuler in diesem Winter bis jetzt glücklicherweise sehr niedrig geblieben, heißt es in einer Pressemitteilung der Seehundstation.
Der Geschäftsführer der Seehundstation Nationalpark-Haus, Dr. Peter Lienau, erklärt in der Pressemeldung, dass es vermutlich dank der relativ günstigen Wetterbedingungen während der Hauptgeburtenzeit, mit wenigen Stürmen und milder Witterung, zu weniger Trennungen von Muttertieren und Jungen gekommen sei.
Seehund oder Kegelrobbe
Kegelrobben bringen ihre Jungen, im Gegensatz zu Seehunden, in den Wintermonaten zwischen November und Januar zur Welt. Das weiße Embryonalfell schützt sie in den ersten Lebenswochen an Land vor Kälte. Hier werden sie auch von der Mutter gesäugt. Die Milch der Kegelrobben ist mit einem Fettgehalt von etwa 55 Prozent fast doppelt so reichhaltig wie Schlagsahne und sorgt dafür, dass sich die Jungen bei ausreichender Versorgung schnell eine isolierende Fettschicht zulegen können. Diese Speckschicht schützt die Jungtiere später im Wasser. Denn nach dem ersten Fellwechsel, etwa vier Wochen nach der Geburt, unternehmen sie die ersten Ausflüge ins Wasser, um Nahrung zu fangen. Im Gegensatz zu Seehunden werden Kegelrobbenjungtiere von den Müttern oft am Strand abgelegt, während sie selbst auf Nahrungssuche sind. Nach einigen Stunden kehren sie zurück, um die Jungtiere zu säugen. Der Eindruck, dass ein am Strand liegendes Jungtier bedeutet, dass es sich um einen Heuler handelt, der von der Mutter getrennt wurde und auf menschliche Hilfe angewiesen ist, täuscht also oftmals. Viele junge Kegelrobben befinden sich jetzt bereits auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Sollten Sie am Strand ein Jungtier sehen, benötigt dieses in erster Linie viel Ruhe. Das Einhalten einiger Verhaltensregeln kann für Jungtiere überlebenswichtig sein, die wie folgt sind:
1. 300 Meter Abstand halten.
2. Nicht anfassen.
3. Fundort verlassen, damit die Mutter Kontakt zum Jungtier aufnehmen kann.
4. Das Tier muss nicht bewacht werden.
5. Im Notfall melden Sie den Fund der Seehundstation unter Telefon 04931-973330.

Fotos: Seehundstation Nationalpark-Haus

Ernstel©Seehundstation Norddeich Ernstel©Seehundstation Norddeich (2)

Erster Kegelrobben-Heuler in der Seehundstation, 5.0 out of 5 based on 4 ratings
VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 5.0/5 (4 abgegebene Stimmen)

Marktplatz Norderney

Zum Marktplatz