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Freitag, 06.Juli 2012 - 11:51 Uhr | Kategorie Allgemein, Regionales

Einhundertundeinmal Norderney und zurück

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Titelbild: Seit 2004 sind die Bahnfahrkarten nach Jahrgängen sortiert.

(der) – Dass Menschen an der Theke des Norderneyer Morgen stehen, weil sie schon seit 20, 30 oder mehr Jahren Gäste dieser Insel sind, kennen wir. Und meistens müssen wir dann sagen, dass wir nicht drüber berichten, denn so besonders ist das gar nicht. In diesem Fall hatte uns die Geschichte dann doch interessiert, denn die Tagesgäste sind auf Norderney ein unterschätzter Menschenschlag.

Der Oldenburger Albin Frenkel ist 73 Jahre alt, pensionierter Schriftsetzer und offenbar ein Fan der Insel. Zum 100. Tagesaufenthalt auf Norderney bekam der Dauergast von Marketingleiter Herbert Visser kürzlich eine Urkunde überreicht. Leider war darauf sein Name falsch geschrieben, weshalb Frenkel nun bei seinem 101. Tagesaufenthalt eine weitere Ausfertigung erhielt. Es muss eben alles seine Ordnung haben.

Für den mittlerweile ausgestorbenen Beruf des Schriftsetzers musste man einen gewissen Ordnungssinn und Genauigkeit mitbringen. Beides besitzt Frenkel, wie er anhand der gesammelten Fahrkarten beweist, mit denen er seine Inselaufenthalte dokumentierte. Seit 2004 sind die Bahnfahrkarten nach Jahrgängen sortiert. Die Karten hat der Oldenburger in seiner Reisetasche verwahrt, die ihn schon seit 40 Jahren begleitet.

In früheren Jahren fuhr Jenkel auch mal weiter weg. 28-mal war er in Griechenland, fünfmal auf Gran Canaria und auch Südfrankreich gehörte zu seinen Zielen. Wie oft hat er in diesem Fall nicht verraten.

Auf die Frage, ob er denn nicht mal Urlaub auf Norderney machen wolle, gibt der Stammgast eine verblüffende Antwort: Er habe dies schon versucht, sei aber kein großer Kneipengänger und sich um 22 Uhr ins Bett legen und Fernsehen könne er auch in Oldenburg. Die Verbindung sei günstig, er habe eine Bahncard 50. Für aktuell 37,50 Euro könne er sich einen schönen Tag machen. An den Strand gehen, Essen, ins Café und dann mit dem letzten Schiff zurück.

Und zuhause warte ja ein 1.000-Quadratmeter-Garten mit vielen Pflanzen und Stauden. Da wäre nichts mit „Haareschneiden und fertig“, da sei richtig Arbeit drin.

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