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Donnerstag, 06.Juni 2013 - 20:43 Uhr | Kategorie Allgemein

Ein Zeichen gegen Gewalt

Keine Gewalt Titel

Titelbild: In einer Reihe Norderneyer Geschäfte hängt dieses Schild schon aus. Download am Ende des Beitrags möglich.

(der) – Wer regelmäßig Verhandlungen des Amtsgerichts Norden besucht, der weiß, Gewalttaten gehören auf Norderney zum polizeilichen Alltag. Meist sind es aus Sicht des Gesetzes noch kleinere Delikte. Zumeist nachts gibt es Schlägereien. An den großen Klub- und Partywochenenden häufen sich die Delikte. Meist bleibt es bei kleinen Blessuren. Oft genug sind auch Inselbewohner daran beteiligt. Und längst nicht von allen Vorfällen erfahren die Ordnungshüter.

Annika Schulze, Diakonin der ev. Inselkirche berichtet, dass das Thema Gewalt und der Umgang damit ganz oben auf der Liste der Jugendlichen steht, mit denen sie zu tun hat. Und seit einer Woche hat das Thema eine neue Dimension erreicht. Am Freitag vergangener Woche wurde ein 16-jähriger Norderneyer, der wegen eines gebrochenen Arms schon einen Gips trug, Opfer einer Gewalttat, die das bisher Erlebte sprengt. Es gibt verschiedene Versionen des Hergangs.

Fest steht, dass der Sohn türkischer Mitbürger, der vorher von mehreren älteren Tätern, die vom Festland stammten, zu Boden gebracht und wohl mehrfach getreten wurde. Dies zu einem Zeitpunkt, an dem am Fronleichnamswochenende viele Menschen noch in der Stadt unterwegs waren. Im Schnellrestaurant am Tatort, so wird berichtet, waren noch viele Menschen. Die Polizei geht wegen der laufenden Ermittlungen sparsam mit Informationen um. Der Junge liegt in einem Krankenhaus in Oldenburg im künstlichen Koma.

Viele Insulaner sind schockiert, dass nun auch auf Norderney die Gewalt ein solches Ausmaß erreicht hat. Manche vermuten einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Denn auch ein zweiter Junge, ohne Gips, wurde attackiert. Ihn traf es nicht so schlimm. Zurück bleibt die Frage, warum ist das geschehen. Ein italienischer Mitbürger fragt: „Haben diese Menschen keine Kinder? Keine Familie?“ Für so eine Tat gibt es kein Motiv und keine Rechtfertigung.

In einigen Geschäften hängen seit einigen Tagen kleine Schilder, die eine Kerze zeigen und den Schriftzug „Keine Gewkeine gewaltalt“. Eine Norderneyerin hatte die Idee, diese Schilder als Zeichen für die Schaufenster zu verteilen. Nicht alle, aber viele Norderneyer Geschäfte haben das Schild aufgehängt. Einige Privatpersonen sind dabei. Auch die Norderneyer Zeitungen unterstützen die Aktion. Bei der Norderneyer Badezeitung und beim Norderneyer Morgen liegen für alle, die ein Zeichen setzen möchten, Schilder zum Mitnehmen aus.

Das Schild gibt es auch als Download zum Ausdrucken: Keine Gewalt Download

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