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Dienstag, 05.November 2013 - 11:00 Uhr | Kategorie Allgemein

„Ein Geben und ein Nehmen“

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Titelbild: Die Norderneyer DLRG (in rot) nahm am Mönchengladbacher Rettungssymposium teil. Foto: Dörner

(bad) – Seit zehn Jahren gibt es das Mönchengladbacher Rettungsdienstsymposium. Am 1. November 2003 trafen sich erstmalig Berufsfeuerwehrleute, Rettungssanitäter und Ärzte, um von den gegenseitigen Erfahrungen zu profitieren. Eine regelmäßige Station seitdem  ist Norderney, wo die Retter von Berufs wegen bereits zum fünften Mal Halt gemacht haben.
Hintergrund des Treffens ist die gesetzliche Verpflichtung zu jährlichen Weiterbildungen, erläutert Karl-Heinz Konz, Chefarzt der Maria Hilf-Kliniken in Mönchengladbach und ärztlicher Leiter des Rettungssymposiums. Diese Pflicht betreffe Feuerwehrleute wie Sanitäter und Ärzte. Um ungestört zu sein, müsse man dazu raus aus den heimatlichen Gefilden.

Die Insel biete neben idealen Räumlichkeiten besonders auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr vor Ort. So habe man etwa bei der letzten gemeinsamen Übung, die einen Brand auf einer Fähre simuliert habe, die Notwendigkeit einer Krankenhausversorgung vor Ort gezeigt, so Konz. Für die Freiwillige Feuerwehr Norderney sei die Zusammenarbeit ebenfalls interessant. Sie könne von der naturgegeben viel größeren Erfahrung der Berufsfeuerwehrleute profitieren.

Die Fortbildung laufe nach internationalen Leitlinien und Empfehlungen ab. Jede Disziplin gebe den anderen Unterricht, erklärt der Chefarzt. Anschließend werde das vermittelte Wissen in Übungen abgeprüft. Die Übungen würden gefilmt, um eine anschließende Nachbesprechung zu ermöglichen. Zum Einsatz komme dabei alles, was es an Rettungsgerät gebe. Dies komme wiederum der Norderneyer Feuerwehr zu Gute, die eine solche Materialfülle nicht haben könne.

Initiatoren des Symposiums sind Holger Kernchen, Dozent im Rettungsdienst, und Friedhelm van der Weck, Oberbrandmeister i.R. und leitender Lehrrettungsassistent. Vor 10 Jahren hätten sie in Cochem an der Mosel mit acht Leuten angefangen. Mittlerweile sei man bei durchschnittlich 50 bis 60 Teilnehmern, so van der Weck. Alle zwei Jahre komme man nach Norderney.

Davon profitiere die Insel, aber auch das Symposium. Das sei „ein Geben und ein Nehmen“. Dazwischen suche man sich immer wechselnde, andere Standorte, für die das Gleiche gelte. Allen Symposien gemeinsam sei die Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz und der Feuerwehr vor Ort.

Das Problem sei bei allen Feuerwehren gleich, sagt der Berufsfeuerwehrmann. Würden Fortbildungen im eigenen Haus organisiert, seien die fachlichen Möglichkeiten irgendwann erschöpft und man müsse Fachreferenten einladen. Die aber seien sehr teuer. Gleiches gelte auf Seiten der Ärzte. Daher habe man sich entschlossen, eine wechselseitige Symbiose einzugehen. Für Ärzte wie für Feuerwehrleute und Rettungssanitäter werde das Symposium als Fortbildung anerkannt. Die Kosten für die Referenten würden dabei jedoch eingespart, da der Unterricht wechselseitig stattfinde.

Als Dank für die fünfte Einladung zum gemeinsamen Symposium auf Norderney überreichten die Gründungsmitglieder des Rettungssymposiums, Friedhelm van der Weck und Holger Kernchen, der Freiwilligen Feuerwehr Norderney einen AED- Trainer (AED = automatischer externer Defibrillator).

Dieses Gerät ermöglicht das Üben der richtigen Anwendung eines automatischen externen Defibrillators bei einem Herzstillstand. Im Norderneyer Stadtgebiet sind an verschiedenen Stellen AEDs öffentlich zugänglich angebracht, um im Notfall die Herz-Lungen-Wiederbelebung zu unterstützen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

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