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Freitag, 21.Dezember 2012 - 15:16 Uhr | Kategorie Regionales

DWD: Warme Weihnacht in Sicht

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Titelbild: Weiße Weihnachtstage sind wohl nicht zu erwarten.

(dwd) – Nachdem in den letzten Tagen das Rätselraten über das Wetter zum bevorstehenden Weihnachtsfest selbst unter Meteorologen ziemlich stark war, scheinen die Fronten jetzt weitgehend geklärt. Aller Voraussicht – und den meisten Modellergebnissen – nach setzt sich mildes Wetter in ganz Deutschland durch. Milde Luft, die vom Atlantik zu uns geblasen wird, macht es möglich.

Bis es Weihnachten überall mild wird, müssen aber noch die kalten Luftmassen aus dem Nordosten Deutschlands vertrieben werden. Dort „lungert“ nämlich noch die alte und kalte Luft des kräftigen Hochs über Russland herum. Einen ersten Anlauf darauf durch die milde Atlantikluft gibt es bereits am heutigen Freitag. Allerdings verhungert dieser Angriff an der Elbe. So wird es im Südwesten bereits bis zu 10 Grad mild, während im Nordosten Dauerfrost herrscht.

Bis zum Sonntag bleibt es im Nordosten (im Wesentlichen ein Gebiet nordöstlich der Elbe) kalt mit gebietsweisem Dauerfrost. Am Sonntag und insbesondere am Montag erfolgt von Westen her aber der nächste Angriff der milden Luft durch die Atlantik-Bläser in Form von Tiefdruckgebieten in der Nähe der Britischen Inseln.  Und diese Tiefs haben das Potenzial, ganz Deutschland mit kräftigem Wind mit milder Luft einzudecken. Das russische Hoch muss seine letzte Bastion im Nordosten Deutschlands wohl aufgeben.

Die Weihnachtsbläser sind unterwegs… Quelle: DWD

Am Heiligabend (Montag) werden im Südwesten örtlich über 15 Grad erreicht, einige Modelle zeigen sogar bis zu 19 Grad an! Die Schneefallgrenze steigt dort auf über 1500 Meter, womit selbst in höheren Lagen der noch vorhandene Schnee schmuddelig wird. Im Nordosten kommt die milde Luft am Montag auch an. Temperaturen von 3 bis 7 Grad im positiven Bereich lassen die letzten Hoffnungen auf weiße Weihnachten auch dort dahin schmelzen.

An den beiden Weihnachtsfeiertagen sieht es kaum besser aus. Der teils kräftige Wind bläst uns weiterhin milde Atlantikluft entgegen. So werden uns am Dienstag 5 bis 14 Grad, am Mittwoch auch noch 5 bis 11 Grad beschert. An allen Weihnachtstagen regnet es zudem zeit- und gebietsweise. Da sich Tauwetter bis in höheren Lagen durchsetzt, ist außerdem damit zu rechnen, dass die Pegel der Flüsse weiter ansteigenund es zu Hochwasser kommt.

Die Frage nach weißen Weihnachten scheint damit beantwortet zu sein. Für die meisten wird es grün und selbst in höheren Lagen gibt es Tauwetter. Wer dieses Jahr in Deutschland garantiert weiße Weihnachten erleben will, der muss schon hoch hinaus. Und wer unten bleibt, muss auch noch aufpassen, dass er nicht nasse Füße bekommt. Die Atlantik-Bläser schlagen also voll zu.

Dipl.-Met. Simon Trippler , Deutscher Wetterdienst (DWD)

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