Nomo Online News

Montag, 13.Mai 2013 - 14:52 Uhr | Kategorie Bildergalerie

„Dörgeneiter“ mit Maggi

Foto 3

Titelbild: Lange Warteschlange vor dem Stand, an dem es frisch gebratene Schollen zu kaufen gibt. Fotos: Rass

(war) – Da haben die Mitglieder des Heimatvereins Norderney sich voll ins Zeug gelegt: Zwei Tage lang präsentierten sie auf den „Fischermannstagen“ das historische Norderney mit einem großen Rahmenprogramm und allerlei Gaumenfreuden. Bereits am Mittwochnachmittag zogen einige Mitglieder des Heimatvereins in historischen Gewändern, mit Keschern, Handwagen und zur Begleitung von einem Akkordeonspieler durch Norderneys Innenstadt, um Werbung für die „Fischermannstage“ am 9. und 10. Mai zu machen.

Wechselndes Wetter

Am Himmelfahrtstag war den Brauchtumspflegern das Wetter wohl gesonnen und bei trockenem Wetter genossen viele Besucher aus nah und fern die „Fischermannstage“ im Argonnerwäldchen. Ungemütlicher war die Witterung am Freitag, so dass die Besucherzahl an diesem Tag etwas einbrach.

Kaispöl gegen Langeweile

Zur Blasmusik der „Seelords“ gab es frischen Fisch, Bratwürste, Tee, Kuchen oder selbstgemachte Liköre mit seltsam anmutenden Rezepten: Zum Beispiel der „Dörgeneite“. In ihn gehört ein Schuss Maggi-Würze. Alte Spiele, wie das Struckbessensmieten und das Kaispöl, wurden vorgestellt. „Wir vermuten, der Name Kaispöl kommt daher, dass die Fischer, wenn sie Langeweile hatten, am Hafen (am Liege-Kai, Anmerkung der Redaktion) dieses Spiel gespielt haben“, vermutet Hans-Hermann „Jumbo“ Kramer auf Nachfrage.

Kostenlose Besichtigung

Georg „Orgi“ Smid zeigte, „hoch un drög“ im historischen Pferdeomnibus sitzend, wie Seemannsknoten gebunden und Buddelschiffe gebastelt werden, um sie anschließend in die Flaschen zu bugsieren. Staunende Kinderaugen waren ihm gewiss. Das Angebot, das Heimatmuseum kostenlos zu besichtigen, nahmen viele Besucher wahr. Interessante Dinge gab es auch auf einem maritimen Flohmarkt zu entdecken, ebenso auf einer Versteigerung am Freitagabend.

Norderneyer Mentalität

Georg W. Kampfer hielt im Rahmen der „Norderneyer Fischermannstage“ im Teehuus einen kostenlosen Vortrag über die alteingesessenen Norderneyer Familien Rass, Kluin & Co. und darüber, wie sie auf die Insel kamen. Kampfer gab darin unter anderem tiefere Einblicke in die Mentalität der Norderneyer und erklärte, warum früher die Kindersterblichkeit so hoch war. An gleicher Stelle referierte nachmittags Bonno Eberhardt über seine Zeiten in der Norderneyer Mittelschule von 1915 bis 1921.

Begehrte Schollen

Viel Spaß kam beim Krabbenwettpulen auf. Den ersten drei Siegern war ein Pokal gewiss. „Bringt die Krabben mal her, dann machen wir daraus Scholle Finkenwerder“, scherzte Silke Visser, die am Stand nebenan beim Schollenbraten mithalf. Die frisch gebratenen Schollen erwiesen sich als der Renner beim Publikum. Lange Wartezeiten, um einen der begehrten Plattfische verzehren zu können, wurden von Gästen wie Einheimischen in Kauf genommen. Wer seinen Hunger schneller stillen wollte, konnte eine weitere Spezialität, ein Matjesbrötchen, kaufen.

Brauchtumspflege

Der Heimatverein hat sich die Brauchtumspflege auf die Fahnen geschrieben. Da liegt es nahe, in diesen Tagen an ein Ereignis zurückzuerinnern, das genau 136 Jahre zurückliegt: Den Aufstand der Norderneyer Fischer 1877. Sie hatten sich damals gegen einen holländischen Geschäftsmann, der ihnen mit seinen skrupellosen Geschäftsmethoden die Lebensgrundlage entzog, zur Wehr gesetzt und ihn unter Gewaltanwendung von der Insel gejagt.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0/5 (0 abgegebene Stimmen)

Marktplatz Norderney

Zum Marktplatz