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Freitag, 09.November 2012 - 17:22 Uhr | Kategorie Regionales

Die Post geht ab

Post

Titelbild: Wofür vor ein paar Jahren noch ein stattliches Postamt mit mehreren Schaltern nötig war, muss jetzt ein Ladengeschäft reichen. Foto: Kähler

(der) – Seit dem 1. November gibt es nur noch eine Poststelle auf Norderney. Heike und Stefan Klus leisten in ihrem Geschäft „Klus Genuss Company“ in der Friedrichstraße nun alles das, wofür vor ein paar Jahren noch ein stattliches Postamt mit mehreren Schaltern nötig war. Bis Ende Oktober war die größte Poststelle der Insel nach Schließung des Postamtes in der Norderneyer Innenstadt im Frischemarkt am Hafen untergebracht. Nachdem die Betreiber des Frischemarktes entschieden hatten, den Vertrag mit der Post nicht mehr zu verlängern standen Heike und Stefan Klus vor der Entscheidung, nun den ganzen Postdienst (ohne Postbank) zu übernehmen. Bislang war in dem Geschäft, das auch Tabakwaren, Feinkostartikel, Schreibwaren und Souvenirs anbietet schon ein Postshop untergebracht. Neben der Lottoannahme war dieser Postshop schon gut besucht. Seit dem 1. November geht in dem relativ kleinen Laden nun die Post ab.

„Es ist was ganz Anderes als vorher“, sagt Stefan Klus. Mit dem bisherigen Postgeschäft sei der Andrang nicht zu vergleichen. Bereits um 9 Uhr, eine Stunde nach Ladenöffnung, würden das erste Mal Pakete abgefahren. Bis 12 Uhr sei das Abfahren mindestens zweimal nötig und auch am Nachmittag sei bei jetzigem Stand mindestens eine Zwischenabfuhr nötig.

„Wir hoffen immer noch darauf, einen größeren Laden zu finden, um im Sommer alles zu bewältigen“, so Stefan Klus und fügt hinzu: „Weil sonst wird’s eng.“ Vor allem, wenn Koffer verschickt werden, wird es Probleme geben.
Schon seit Längerem werden Gespräche mit der Post geführt, wie das Problem verkehrsmäßig zu lösen ist. Hintergrund: Die Friedrichstraße ist nur vormittags und das auch nur eingeschränkt für den Lieferverkehr freigegeben.

Bürgermeister Frank Ulrichs erklärt, dass das Problem bekannt und erkannt sei. Bereits seit dem Sommer würden Gespräche mit der Post und den Ladenbetreibern geführt. Das Problem sei, auf Norderney bei den herrschenden Rahmenbedingungen geeignete Räume zu finden. Er begrüße es und „findet es toll“, (Ulrichs), dass die Eheleute Klus sich bereit erklärt haben, die Post zu übernehmen. Man dürfe jedoch nicht aus dem Blick verlieren, dass die Post bei einer Gemeinde der Größe Norderneys in der Pflicht sei, eine Versorgung aufrecht zu erhalten.

Das Problem mit dem Anfahren des Geschäftes außerhalb der zulässigen Zeiten sei mit der üblichen Genehmigungspraxis der Stadt Norderney und des Landkreises eigentlich nicht möglich. Ulrichs betont aber: „Wir finden eine Lösung.“ Er hoffe jedoch, dass es bis zum Frühjahr gelinge, ein größeres Ladengeschäft zu finden.

Die Ladenbetreiber leisten dazu einen Beitrag: In der kommenden Woche wird ein eigens beschafftes neues Elektro-Fahrzeug für das Abfahren der Pakete auf die Insel kommen.

Das, was der Bürgermeister mit „Rahmenbedingungen“ umschreibt, haben Heike und Stefan Klus bereits seit Längerem erlebt. Es werden zwar immer mal wieder Ladenlokale angeboten, doch zu Mieten, die wirtschaftlich nicht tragbar seien. Es habe keinen Sinn, nur Geld zu bewegen. Zu dem größeren Laden kämen noch zusätzliche Personalkosten. Quadratmetermieten von bis zu 40 Euro seien schon angeboten worden. Andererseits gebe es keine Alternative zu einem neuen Laden. Stefan Klus: „Dass wir das im Sommer hier nicht schaffen können, ist klar.“

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