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Dienstag, 10.Januar 2017 - 16:00 Uhr | Kategorie Aktuelles, Allgemein, Regionales

Der Schock sitzt noch tief

(der) – Die Geschehnisse des 19. Oktober 2016 sind ein tiefer Einschnitt in die Geschichte des Seglervereins Norderney (SVN). Am Nachmittag, dieses sonst freundlichen Herbsttages, war die Halle B des Vereins mit 22 Booten abgebrannt.

Der Schock sitzt bei vielen Leuten immer noch in den Knochen, sagt Gerd Lengerhuis, der erste Vorsitzende des 1925 gegründeten Vereins. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Es gab mehrere Spendenaktionen – unter anderem ein Benefizkonzert. Der Verein hatte zudem seine rund 550 Mitglieder angeschrieben und um Spenden gebeten.

Mithilfe der eingegangenen Spenden und Beträge aus Versicherungen ist es möglich, die zerstörte Halle zu räumen, ohne dass Kosten für die Hallenanlieger entstehen. Die Reste der verbrannten Schiffe gelten als Sondermüll, so wie die Halle selbst. Drei- bis viertausend Euro kostet allein die Entsorgung eines Bootes. Immerhin, die Halle war versichert – inklusive der Entsorgung, sagt Gerd Lengerhuis. Ab dem 16. Januar werden nun die Halle und das  Inventar durch eine hiesige Fachfirma entsorgt. Dazu werden verschlossene Container aufgestellt. „Dann ist das weg“, so Lengerhuis.

Auch der Neubau der Halle ist schon in Planung. Jetzt fehlen noch die Genehmigungen. Neben der Baugenehmigung ist auch der Küstenschutz beteiligt. Liegen die Genehmigungen „zeitnah“ vor, so Lengerhuis, könne die neue Halle zur Wintereinlagerung 2017 fertig sein.

Auch für den Neubau kommen die Versicherungen auf. Dennoch könne keine Rede davon sein, dass der Verein unbeschadet davonkomme, so Gerd Lengerhuis. Teile der Steganlage sind mit verbrannt und die sind nicht abgedeckt. Auch steht die Höhe der Entsorgungskosten noch gar nicht endgültig fest. Summen will der SVN-Vorsitzende daher lieber nicht nennen. Lengerhuis: „Der Schaden ist mit einer Million noch nicht gedeckt.“

Die Aufträge sind raus. Endlich passiert etwas. Nach sprudelnder Euphorie sieht Gerd Lengerhuis dabei aber nicht aus. „Für einen Verein wie unseren, ist das der schlimmste Fall“, sagt der Vorsitzende. Manche der Bootseigner haben ihr Lebenswerk verloren. Lengerhuis: „Manche haben hier den ganzen Tag verbracht.“ Seit Oktober sei der Vorstand durchgängig beschäftigt. Drei Sitzungen pro Woche seien keine Seltenheit.

Umso mehr ärgern ihn Kommentare in den Netzwerken und auf der Straße, die von „warmer Sanierung“ reden. Auch Spekulationen über die Ursache will Lengerhuis keinen Raum geben. Bis jetzt liegt noch kein Gutachten der Polizei vor. Er sei dankbar für die große Hilfsbereitschaft. Vieles zeige sich in kleinen Dingen, so Lengerhuis.

Fotos: Kähler

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