Nomo Online News

Donnerstag, 13.Oktober 2016 - 00:01 Uhr | Kategorie Regionales

Dauerwohnungen sollen bleiben

(der) – Die meisten Wohnungen in der Moltkestraße 9 sind bereits leer. Der Vermieter, eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, die in Verbindung zu dem Münchner Rechtsanwalt Bernd Fuhrmann steht, hat den bisher elf Mietern gekündigt, mit der Begründung, dass das Gebäude umfassend saniert werden soll. Eine Mietpartei harrt jedoch noch aus.
Nach Auskunft des Norderneyer Bauamtes liegt für das Haus keine Baugenehmigung vor. Nach Informationen des Norderneyer Morgen hat es in der Vergangenheit jedoch Bauanträge für den Neu- und Ausbau des Hauses gegeben. Eine Baugenehmigung wurde nach Auskunft des Bauamtes nicht erteilt, weil sie den Planungsabsichten des Bebauungsplanes entgegen laufen würde. Zudem gelte für den Bereich zurzeit eine Veränderungssperre. Eine Sanierung sei nicht zwingend genehmigungspflichtig.
Darüber hinaus wurde dem Hauseigentümer bereits mitgeteilt, dass der vorhandene Dauermietwohnraum auch in Zukunft erhalten werden muss. Bürgermeister Frank Ulrichs erklärte auf Nachfrage, dass es für den Bereich eine Erhaltungssatzung gibt, die das vorschreibt. Wird ein Gebäude heute ausschließlich zu Dauerwohnzwecken genutzt, sind die vorhandenen Einheiten in der Anzahl und in der Fläche aufgrund des Milieuschutzes in den Erhaltungssatzungen (in diesem Fall Erhaltungssatzung Nr. 3) zu erhalten, so die Stadt.

Mieterbund eingeschaltet

Eine Ferienwohnung gibt es in dem Haus bereits. Ob diese auch genehmigt ist, war bislang nicht zu ermitteln. Eine Auskunft sei ohne Einwilligung des Eigentümers nicht möglich, so das Bauamt.
Die verbliebene Mieterin ist von einer besonderen Härte betroffen. Sie wohnt mit ihrer erkrankten Tochter zusammen, die zunehmend bewegungsunfähig ist und absehbar auf den Rollstuhl angewiesen sein wird. Bislang war es der Mieterin nicht möglich, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden und schaltete den Deutschen Mieterbund ein. Der Vermieter war telefonisch gestern nicht zu erreichen. Eine Erfahrung, die auch die Mieterin bereits gemacht habe.
Vor zwei Jahren hatte ein Mieter in der Marienstraße bereits den Teilabriss des von ihm bewohnten Hauses miterlebt, vor Gericht jedoch eine erhebliche Abfindung erstritten. Diese Absicht hegt die letzte Mieterin der Moltkestraße 9 bislang nicht.
Ihr geht es eher um eine Lösung. Eigentlich ist die Kündigungsfrist mit dem
30. September abgelaufen. Die Mieterin ist im Norderneyer Einzelhandel beschäftigt und fürchtet nun, dass in ihrem Urlaub – wenn sie ihn denn antreten kann – die Bauarbeiten beginnen und Strom und Wasser abgeschaltet werden.

Dieser Beitrag stand auch in der Ausgabe des Norderneyer Morgen vom 12.10.2016

Dauerwohnungen sollen bleiben, 5.0 out of 5 based on 6 ratings
VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 5.0/5 (6 abgegebene Stimmen)

Marktplatz Norderney

Zum Marktplatz