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Dienstag, 15.Mai 2012 - 11:00 Uhr | Kategorie Regionales

Berufspraktika: „Hat schon Spaß gemacht“

Hauke Pauls kocht unter Aufsicht von Pero Duric und Helge Marcks

Titelbild: Stehen zusammen in der Küche: Schulpraktikant Hauke Pauls (re.) kocht unter Aufsicht von Pero Duric (mi.) und Helge Marcks. Foto: Dörner

von Bernd Dörner

Welcher Beruf ist der richtige für mich? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Berufspraktika, die 21 Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule Norderney (KGS) seit dem 2. Mai absolvieren. Fünf von ihnen besuchten wir. Die Praktikanten werden betreut vom KGS-Fachlehrer für Wirtschaft Michael Kollmann und Berufsberater Werner Helbig.

Die Praktika dauern zwei Wochen. Die Praktikumsstellen werden von den Schülern selbst ausgesucht. Er gebe dann lediglich sein OK, berichtet Kollmann, denn nicht jeder Betrieb eigne sich dafür, ein Berufsbild kennenzulernen. Interessen- und Stärketests im achten und neunten Schuljahr zeigten zuvor, in welcher Richtung ein Praktikum durchgeführt werden könnte.

Die Praktika dienen dazu, in den Wunschberuf hineinzuschnuppern. Bei einer solchen Vorbereitung verwundert es nicht, dass die Praktikanten alle sagten, dass ihnen das Praktikum Spaß mache. Und das bei so verschiedenen Berufen wie Sporttherapeut, Koch, Einzelhandelskaufmann, Bankkaufmann, Reisebüro-Kauffrau und Kauffrau für Freizeit und Tourismus.

Der Ablauf des Praktikums ist in groben Zügen bei allen Praktikanten ähnlich: zu Beginn ist eine Phase der Orientierung. Die Praktikanten lernen den Betrieb kennen und sehen Tätigkeiten ihres Praktikumsberufs. Dann übernehmen sie mehr und mehr kleinere Tätigkeiten und größere Aufgaben. So wie Attila Dogan, der den Beruf des Sporttherapeuten in der Klinik der Rentenversicherungen kennenlernt. „Ich komme gut mit den Patienten zurecht“, sagt Atilla. Vieles sei wiederkehrende Routinearbeit, etwa das Anleiten von Patienten am Ergometer, einem Kreislauftrainingsgerät. Hinzu käme Wissen über Krankheiten.

Auch Hauke Pauls, der ebenfalls an der Klinik der Rentenversicherungen sein Praktikum absolviert, gefällt die Arbeit. Hauke schaut sich den Beruf des Kochs in der Klinikküche an.
Er weiß zwar noch nicht, ob den Job später machen will, aber dafür gibt es ja noch das Praktikum in der zehnten Klasse.
Es sei das erste Mal, dass sie einen Schulpraktikanten genommen hätten, erklärt Hermann Roeden, Koch in der Klinikküche. Er finden das „eine gute Sache“. Junge Leute bräuchten diese Möglichkeit, in Berufe und Betriebe reinzuschnuppern.
Stelle man später als Auszubildender erst nach zwei oder drei Monaten fest, dass der Beruf doch nichts für einen ist, verliere man sofort ein ganzes Jahr. Ziel müsse es aber angesichts des Fachkräftemangels sein, die Jugend so schnell wie möglich in einen Beruf zu bringen.

Eine völlig anders geartete Berufsrichtung lernt Kai Schuster beim Haushaltswarengeschäft Berghaus kennen, den Beruf des Einzelhandelskaufmanns. Neben der Beratung von Kunden, soweit er das Sortiment nach knapp zwei Wochen schon kennt, füllt Kai Regale auf, verpackt Ware, überprüft Lieferungen, kassiert und macht Botengänge. Auf die Frage, was er am Interessantesten oder Schönsten an seinem Praktikumsberuf findet, sagt Kai: „Dass man Kunden mit einem Lächeln sehen kann“. Nämlich dann, wenn sie genau das gefunden haben, was sie gesucht haben.

Umgang mit Kunden hat auch Melanie Fritsch. Sie habe nicht nur einen, sondern gleich zwei Praktkumsberufe gehabt, erzählt der betreuende Fachlehrer Michael Kollmann. Die erste Woche hat Melanie beim Reisebüro Norderney den Beruf der Reisebüro-Kauffrau getestet, in der zweiten Woche ging es zur Tourist-Information der Kurverwaltung, wo sie die Unterschiede zur Kauffrau für Freizeit und Tourismus kennenlernt.

Im Reisebüro gebe es Beratung und Verkauf. Die Arbeit bei der Kurverwaltung sei sehr viel mehr von Beratung geprägt. Der Verkauf trete hier in den Hintergrund. Da sei „immer gut was los“, erläutert Melanie. Sie könne sich vorstellen, so etwas später zu machen. Der Umgang mit Kunden „hat schon Spaß gemacht“.

Den Beruf des Bankkaufmanns hat sich Leif Osseforth in der Norderneyer Volksbank angesehen. Er habe dort überall schon reingeschnuppert, erzählt Leif. Überall, das heißt in den Kassenbereich, den Tresor, die Beratungsräume und den zentralen Bereich für Kundenverkehr. „Mit gefällt hier eigentlich alles“, meint der Schüler.

Damit die Schülerinnen und Schüler der KGS demnächst noch leichter und besser in passende Berufe finden, wird im Juli ein Bewerbungstraining durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der AOK, der Oldenburgischen Landesbank und der Volksbank können sich die Schüler unter anderem in Rollenspielen auf Bewerbungssituationen vorbereiten.

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