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Dienstag, 09.Juli 2013 - 14:22 Uhr | Kategorie Regionales

Behördenposse auf See

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Titelbild: Windforce II, hier noch unter deutscher Flagge. Foto: Frank Kahl

(der) – Eine Behördenposse sorgt für eine neue Flagge in der Frisia-Flotte. Die Frisia Offshore GmbH, eine 100-prozentige Tochter der AG-Reederei Norden Frisia, hat ihren jüngsten Neubau ausgeflaggt. Der erst kürzlich in Dienst gestellte Katamaran „Wind Force II“ fährt seit Donnerstag unter der Flagge Maltas.
Hintergrund sind Schwierigkeiten bei der Zulassung des Schiffes, das zwar praktisch Baugleich ist zu dem Schwesterschiff „Wind Force I“, jedoch nur für 12 Personen zugelassen wurde. Auf der „Wind Force I“ dürfen hingegen 24 Personen mitfahren. Beide Schiffe werden für Personal- und Materialtransport zu den Offshorewindparks vor der ostfriesischen Küste eingesetzt.

Keine Auswirkungen auf Beschäftigte

Projektleiter Stefan Goldbach von  Frisia Offshore erklärte auf Nachfrage, dass es während der Bauphase eine mündliche Zusage aus dem Ministerium gegeben habe, dass für das Schwesterschiff des ersten Katamarans die gleichen Regeln gelten würden. Die Berufsgenossenschaft habe dies aber nicht so gesehen und die Zusage wurde nicht eingehalten. Anders als die deutschen Behörden seien die Zuständigen in Malta sehr interessiert gewesen, das Schiff unter ihrer Flagge laufen zu lassen.
Für die Beschäftigten auf dem Schiff habe das Ausflaggen keine Auswirkungen, so Goldbach. Mannschaftsstärke, Ausbildung, Dienstgrade und Bezahlung seien identisch zu der Situation auf dem Schwesterschiff, das weiterhin unter deutscher Flagge läuft.

Ungewollter Traditionsbruch

Die neue Flagge könnte zumindest länger auf der „Wind Force II“ wehen. Es sei zwar seitens des Bundesverkehrsministeriums in Aussicht gestellt, dass die Regelung angepasst werde, die Frisia rechne aber nicht damit, dass dies in den kommenden zwei bis drei Jahren passiere, so Goldbach. Wegen der damit verbundenen „operativen Probleme“ wollten die Verantwortlichen der Reederei nicht mehr so lange warten. Dies könne sogar Auswirkungen auf zukünftige Neubauten haben, so der Frisia-Projektleiter.
Neben dem Nachteil, dass die Bundesrepublik nun die bei Zulassung fällige Tonnagesteuer verliere, würden der Bundesrepublik Deutschland keine Nachteile entstehen. Für die Frisia sei es jedoch ein ungewollter Traditionsbruch. „Man hat bisher alles deutsch geflaggt und würde es eigentlich gerne weiter tun“, so Stefan Goldbach. Das Schwesterschiff bleibt auch unter deutscher Flagge.

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