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Sonntag, 14.Februar 2016 - 17:00 Uhr | Kategorie Kultur

Ausstellung: Kann die Welt auf uns verzichten?

(syk) – Die 16-jährige Judith findet das Down-Syndrom manchmal ziemlich doof, weil sie manche Dinge nicht machen kann, erzählt sie den Besuchern der Ausstellung „Kann die Welt auf uns verzichten?“ der Elterninitiative „Ich BIN ich 21“.
Judith ist eine von 21 portraitierten Kindern und Jugendlichen, die seit Samstagabend im Conversationshaus auf großformatigen Fotos zu sehen sind. „Ich würde so gerne Autofahren oder einem Fußballverein beitreten, am liebsten dem FC Bayern München, aber das geht nicht“, sagt das Mädchen. „Im Kickern schlage ich fast jeden“ erzählt sie mit strahlenden Augen.
Am Samstagabend wurde in der Bibliothek im Conversationshaus die Ausstellung eröffnet. Die stellvertretende Bürgermeisterin Karin Rass begann ihr Grußwort mit der Definition Gesundheit. Wenn es nach der Definition geht, sei keiner gesund. „Wir alle können lernen mit der Andersartigkeit umzugehen“, so Rass.
Der Initiator der Ausstellung auf Norderney, Norbert Harm, nennt in seiner Rede als Zweck der Ausstellung: Schwellenängste abbauen und als Ziel: Aufmerksamkeit bekommen. Er und seine Frau haben Dita Büter von der Elterninitiative vor einigen Jahren kennengelernt und es entstand die Idee, die Ausstellung auch nach Norderney zu holen.
„Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, an die Öffentlichkeit zu gehen“, erzählt Büter. Aus einem kleinen Fotoprojekt wurde ein großes Projekt, so Büter weiter. Um den Menschen das Down-Syndrom näher zu bringen, erklären Büter und ihre Kollegin Eva Klein-Reesink in einem Vortrag Symptome, körperliche Besonderheiten und Fördermöglichkeiten von Kindern mit Down-Syndrom.
Die Ausstellung auf Norderney ist die siebzehnte und auch letzte, so die beiden Frauen von der Elterninitiative. Danach bekommen die Fotos einen festen Platz in den Heimatgemeinden. Die Wanderausstellung ist bereits seit 2014 auf der Reise
durch Niedersachsen. Für ihr Projekt hat die Elterninitiative vergangenes Jahr den Ehrenamtspreis für Inklusion erhalten, berichtet Büter.

Noch bis 11. März sind die großformatigen Fotos, befestigt auf 21 Stelen, im Conversationshaus zu sehen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Down-Syndrom werden in den verschiedensten Lebenssituationen vorgestellt. Unter den Bildern stehen Infos zu den Portraitierten. Die ausgestellten Fotos wurden von Andreas Reinink aus Itterbeck angefertigt. In unserem Vorbericht stand Markus Kreihe. Dieser begleitete ein anderes Projekt mit Menschen mit Down-Syndrom.

Fotos: Sabine Sykora

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