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Donnerstag, 23.August 2012 - 16:19 Uhr | Kategorie Regionales

Abgelehnt: Clublounge für junge Leute

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Titelbild: Im ehemaligen Kurmittelhaus sollte eine improvisierte „Club-Lounge“ entstehen. Foto: Kähler

(der) – Seit einiger Zeit sorgt „Die Disco, die nicht existiert“ für Tanzvergügen auf Norderney. Nun ist ein weiterer Tanztempel hinzugekommen: Die Disco, die es beinahe gegeben hätte. Im ehemaligen Kurmittelhaus an der Weststrandstraße, das nach dem 5-Sterne-Desaster seit sechs Jahren leer steht, wollte der Norderneyer Hotelier Sascha Nüchter eine improvisierte „Club-Lounge“ einrichten. Am Dienstag wurde das Vorhaben abgelehnt.

Dabei ist der Name „Club-Lounge“ irreführend, denn es ging Nüchter nach eigener und mehrfach betonter Aussage gerade nicht darum, ein Angebot für die Kegel- und sonstigen Klubs zu schaffen, die Norderney in Frühjahr und Herbst bevölkern. Vielmehr habe er sich an Vorbildern aus Berlin orientiert, wo die Elektro- und House-Szene improvisierte Räume für ihre Clubs nutzt. Das ehemalige Kurmittelhaus hätte Nüchters Ansicht nach den Charme gehabt. Mit Musik, „die in guten Klubs gespielt wird“ und nicht mit „die Hände zum Himmel“ sollte ein Angebot für junge Leute entstehen.

Zunächst hatte der Hotelier sich an Kurdirektor Wilhelm Loth gewandt. Der wäre dieser Idee mit Offenheit begegnet. Der Aufsichtsrat der Kurverwaltung – ein Gremium des Stadtrates – habe sich mit der Idee beschäftigt und nach intensiver Diskussion sein O. K. gegeben. Auch deshalb, weil es sich um ein zeitlich befristetes Angebot handelte. Zuvor hatte Sascha Nüchter das Projekt im Rahmen einer Präsentation vorgestellt.

Der Bauausschuss der Stadt Norderney – ebenfalls ein Gremium des Stadtrates – hat nun am Dienstagabend seine Zustimmung zu einem entsprechenden Bauantrag verweigert. Die Planung sah vor, den Eingangsbereich und den Lichthof des früheren Kurmittelhauses mit mobilen Lounge-Möbeln und einfachen Mitteln umzugestalten. Auf Traversen wäre ein improvisiertes Dach auf den Lichthof gekommen, um den Schall nach innen zu lenken.

Es sei ein Thema, bei dem die Lösung nicht gleich auf der Hand liege, so Bürgermeister Frank Ulrichs zur Entscheidung des Bauausschusses. In der Nähe des ehemaligen Kurmittelhauses liegen die Appartements im Badehaus, das Awo-Heim und das Kurhotel. Der Ausschuss habe sich gefragt, wie der Zu- und Abgangsverkehr sich auswirke. Dieser sei erfahrungsgemäß die Lärmquelle, die Ärger verursache. Die Mitglieder des Ausschusses, die dagegen stimmten, hätten es wegen dieser Frage getan.

Es sei zwar so, dass der Bauausschuss sich zuerst aus verwaltungsrechtlicher Sicht mit der Frage zu befassen habe, ob ein Antrag genehmigungsfähig sei, aber auch solche Faktoren könnten eine Entscheidung rechtfertigen.

Er persönlich sei der Meinung, dass es einen Versuch wert gewesen wäre. Ein solches Angebot werde häufig nachgefragt. In einer Probephase im Herbst hätte man Erfahrungen sammeln können und bei Missfallen eben im nächsten Jahr keine Genehmigung mehr ausgesprochen.

Ulrichs bestätigte, dass der Aufsichtsrat der Kurverwaltung dem Vorhaben zugestimmt hatte. Allerdings unter der Maßgabe, dass es vor den Türen und rund um das Gebäude geordnet ablaufe.

Sascha Nüchter bedauert die Entscheidung. Es werde immer gefordert, etwas für ein jüngeres Publikum zu tun. Der Antrag sei auf eine vorübergehende Nutzung ausgerichtet gewesen, wenn es im Herbst gut gelaufen wäre, hätte man es im kommenden Jahr von Mai bis Oktober wiederholen können. Ihm sei es dabei vor allem um die Sommerwochen gegangen, so Nüchter, in denen ein Angebot für junge Leute fehle. Ganz gibt Sascha Nüchter aber noch nicht auf: Er hoffe, dass man das Thema noch einmal diskutieren und vielleicht im kommenden Jahr einmal ausprobieren könne.

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